Kinder im Kindergarten
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Mehr Kita-Plätze: Die Stadt Dorfen plant einen Interimskindergarten, Nur wo?

Streit um Interimskindergarten

Breiter Protest an der Grundschule am Mühlanger: Stadt Dorfen sucht anderen Standort für Interimskindergarten

  • vonTimo Aichele
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Streit um Interimskindergarten: Schulleiter Thomas Emrich bekräftigt Ablehnung des Standorts an der Grundschule am Mühlanger.

Dorfen – Die Pläne der Stadt für einen Interimskindergarten auf dem Gelände der Grundschule am Mühlanger sorgen weiter für Ärger. „Ich bin kein Fähnchen im Wind“, stellt Schulleiter Thomas Emrich in einer Zuschrift an unsere Zeitung klar. Damit bezieht er sich auf die Formulierungen in einer E-Mail an Elternbeiratsvoristzende Tina Nitschkem, die in Kopie auch an die Stadträte und die Heimatzeitung ging.

Darin schreibt Grundner von einer „mittlerweile deutlich ablehnend artikulierten Haltung der Schulleitung“. Es sei vielmehr so gewesen, so Emrich, dass er zwei Tage vor der letzten Bauausschusssitzung kurzfristig zu einem Gespräch geladen worden sei, an dem Grundner, Bauamtsleiter Franz Wandinger und Kämmerin Maria Bauer teilgenommen hätten. Der Grund für das Gespräch sei ihm vorab nicht mitgeteilt worden. „Ich wurde dann ohne Vorbereitungsmöglichkeit mit der Tatsache konfrontiert, dass die Stadt Dorfen auf unserem Schulgelände eine mehrgruppige Interimskrippe errichten wolle.“

Anschließend hatte er die Möglichkeit erhalten, auf einem Luftbild des Schulgeländes mögliche Standorte in einer Art Ranking festzulegen, erzählt Emrich. Unter den gebotenen Möglichkeiten habe er eine Situierung auf dem Lehrerparkplatz an die erste Stelle gesetzt, den Bereich an der Mühlangerstraße unmittelbar vor der Schulverwaltung an die zweite Stelle. Der Bauamtsleiter habe dann selbst auf dem Pausengelände eine weitere Alternative eingezeichnet.

„Ich sagte sofort, dass ich mit diesem Standort nicht einverstanden bin, da wir ihn für die Pause unserer über 200 Schüler am Vormittag und die annähernd 100 Kinder in der Offenen Ganztagesschule am Nachmittag dringend brauchen“, berichtet Emrich.

„Seit annähernd fünf Jahren steht im Raum, dass die räumlichen Kapazitäten für die Offene Ganztagesschule nicht ausreichen und der Betrieb daher nur unter Vorbehalt schulaufsichtlich genehmigt wurde. Gleichzeitig steigen unsere Schülerzahlen“, argumentiert der Schulleiter. „Durch den Bau einer Krippe auf dem ohnehin schon kleinen Schulgelände werden jegliche fach- und sachgerechten Erweiterungsmöglichkeiten der Schule obsolet.“ Dass die Räume vielleicht in fünf Jahren durch die Schule genutzt werden können, sei keine klare Aussage, sondern eine reine Hypothese. Auf diese Aussicht will Emrich nicht bauen.

Hintergrund ist der an sich innovative Plan, kurzfristig einen Interimskindergarten zu bauen. Damit soll jeweils der Andrang auf die Kindertagesstätten im Dorfener Gemeindebereich abgefedert werden. Ab September müssten zwei Krippengruppen darin betreut werden.

Die Festlegung des Standorts auf dem Schulgelände geschah Mitte März im Bauausschuss – unter Zeitdruck: Genehmigung und Bau müssen binnen weniger Monate vonstatten gehen. Nach Protest des Elternbeirats – und nun auch vom Schulleiter – soll das Thema in der morgigen Sitzung des Bauausschusses erneut zur Sprache kommen (Beginn: 19 Uhr in der Aula der Grundschule Nord). Laut einem parallel von der ÜWG-Fraktion gestellten Eilantrag gibt es mittlerweile einen „sehr prüfenswerten Alternativvorschlag“.

Eine Möglichkeit tut sich nun auf dem Meindl-Areal auf. Das teilte Bauunternehmer Robert Decker am Montagnachmittag bei einem Pressegespräch über Entwicklungen auf dem früheren Ziegeleigelände mit. Demnach könne seine Firma dort ein weiteres Modulhaus errichten, in dem die Stadt Räume für die Kita mietet (Bericht folgt). Dieser Lösung müsste freilich zunächst der Bauausschuss zustimmen.

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