Bahnausbau

Kein Geld für Sonderwünsche

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Wer anschafft, zahlt. Dies gilt zumindest für die Bahn. Die Stadt wollte bei einigen Eisenbahnunterführungen höhere Durchfahrtshöhen. Ein teures Unterfangen.

Dorfen – Der zweigleisige Bahnausbau München-Mühldorf kommt der Stadt teuer. Knapp drei Millionen Euro muss Dorfen für die Beseitigung der höhengleichen Bahnübergänge zahlen. Der Bauausschuss glaubte, im Gegenzug wenigstens einige Wünsche erfüllt zu bekommen. Diese wurden bei der Zustimmung zur Planungsvereinbarung mit der DB Netz für die Änderung der Eisenbahnüberführungen in Embach, Esterndorf und Anning geäußert. Bei der Überführung Embach etwa wurde vom Bauausschuss festgelegt, dass die Durchfahrtshöhe 3,50 Meter betragen soll. In Esterndorf sollte die Brücke mit einer bestehenden Durchfahrtshöhe von sechs Metern auf 4,50 Meter verringert werden. Und für Anning wollte der Bauausschuss, dass die Bahn die Eisenbahnüberführung 70 Meter nach Osten verlegt.

Die Bahn wertet die Wünsche als „Änderungsverlangen“, berichtete Bauverwaltungsleiter Franz Wandinger jetzt im Bauausschuss. Die Folge davon: die Stadt muss dafür zahlen. Die Kosten dafür gingen in die Hunderttausende. Bei der Unterführung in Embach könne das zur Folge haben, dass die Brücke sogar eine Durchfahrtshöhe von 4,50 Metern erhalten müsste, da die DB Netz voraussichtlich die Straße nach den entsprechenden Richtlinien wieder herstellen müsste. Auch wenn dies kein Änderungsverlangen der Stadt darstelle, sei davon auszugehen, dass Dorfen trotzdem an den Kosten beteiligt werde. Die Verwaltung hat daher vorgeschlagen, von den Wünschen Abstand zu nehmen und mit dem Ausbau, so wie ihn die Bahn vorsieht, zufrieden zu sein.

Das ist für Vizebürgermeister Günther Drobilitsch (Landlisten) so nicht hinnehmbar. Beim Bahnausbau handle es sich um ein Jahrhundertprojekt, argumentierte er, da sollten auch die Bahnunterführungen „zeitgemäß“ sein. Gerade für Landwirte seien größere Durchfahrtshöhen wichtig, da landwirtschaftliche Geräte und Maschinen immer größer würden. Vor allem die Durchfahrtshöhe an der Unterführung in Embach müsste daher höher gestaltet werden.

Bauverwaltungsleiter Wandinger wies darauf hin, dass es wenige hundert Meter von der Unterführung entfernt eine Umfahrungsmöglichkeit der Unterführung gebe. Daher sei es schon sehr fraglich, ob die Stadt viel Geld aufwenden solle, um die Bahnunterführung zu erhöhen.

Für Drobilitsch stand dies außer Frage. Wer glaube, einige hundert Meter Umfahrung seien für einen Landwirt ein Klax, der täusche sich. Das koste bei Erntearbeiten nicht zur Zeit, sondern dem Bauern letztendlich auch viel Geld. Drobilitsch, der selbst Landwirt ist, nannte sich selbst als Beispiel. Wegen der A 94 müsse er auch eine Umfahrung in Kauf nehmen. Das koste ihn Jahr für Jahr 5000 Euro mehr.

Der Argumentation folgten die Ausschussmitglieder allerdings nicht. Bis auf Drobilitsch, der auf eine Änderung der Durchfahrungshöhe in Embach beharrte, stimmen alle anderen Ausschussmitglieder dafür, die Änderungswünsche der Stadt fallen zu lassen.

Rubriklistenbild: © vario-images / Christian Ammering / vario images

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