Autor Anton Renner.

(BE)Merkenswertes der Woche

Kein Grund für Geschäftsleute, sich beruhigt zurückzulehnen

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Die Stadt Dorfen nimmt den Handel an die Leine. Eine "Kannibalisierung der Innenstadt" soll so vermieden werden. Kein Grund für die Geschäftsleute, sich beruhigt zurückzulehnen, meint Redakteur Anton Renner in seinem Wochenkommentar.

Einkaufszentren und Onlinehandel sind für Geschäfte in Innenstädten Gift. Es gibt genügend Beispiele, wie schnell Innenstädte veröden können. Um dies zu verhindern, bedarf es eines Schulterschlusses zwischen Handel und Kommunen. In Dorfen ist dieser jetzt mit dem vom Stadtrat beschlossenen städtebaulichen Entwicklungskonzept vollzogen worden. Die Stadt hat damit Rahmenbedingungen geschaffen, die eine attraktive Innenstadt sichern sollen. Gefordert ist jetzt aber auch jeder einzelne Händler, der sich auf seine Stärken besinnen und mehr machen muss, als morgens nur die Ladentüre aufzusperren.

Fatal wäre es, würden Geschäftsleute glauben, sich aufgrund des beschlossenen Dorfener Einzelhandelskonzepts nun beruhigt zurücklehnen zu können. Der örtliche Handel muss sein Angebot auch online anbieten – immer mehr Verbraucher kaufen übers Internet. Zum anderen hat sich das Einkaufsverständnis geändert. Die Menschen, die zum Einkaufen in eine Stadt gehen, suchen immer mehr auch ein Freizeiterlebnis. Und dann ist da noch eine Sache: Das Dorfener Einzelhandelskonzept kann durchaus auch aus der Perspektive der Wettbewerbsverzerrung gesehen werden. Wenn die Stadt so massiv in den Handel eingreift, dass sogar die Sortimentsauswahl vorgeschrieben wird, dann besteht die Gefahr, dass dagegen irgendwann einmal geklagt wird. Wie die Richter entscheiden werden, ist nicht absehbar.

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