Vor Gericht

Kein Pardon mehr für Drogendealer

Ein 26-jähriger Dorfener muss wegen Drogenhandels insgesamt 14 Monate hinter Gitter. Er hat seinen Nachbarn mit Marihuana beliefert.

Von Walter Schöttl

Dorfen/Landshut – Der Dorfener hatte im August/September 2015 bei einem Dealer in Berlin insgesamt 130 Gramm Marihuana zu einem Grammpreis von sieben Euro erworben. Davon, so warf ihm die Anklage der Staatsanwaltschaft vor, habe er fünf Mal jeweils acht bis 13 Gramm an einen Dorfener Kiffer verkauft. Mit erheblichem Aufschlag; denn der Abnehmer musste 15 Euro pro Gramm berappen. Bei einer Hausdurchsuchung im Januar 2016 wurden bei dem 26-Jährigen dann noch 65 Gramm Marihuana, außerdem eine Aufzuchtanlage und eine Feinwaage sichergestellt.

Beim Amtsgericht Erding hatte sich der 26-Jährige für das illegale Handeln und den Drogenbesitz eine Freiheitsstrafe von acht Monaten eingefangen, die nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt wurde. Dagegen legte der 26-Jährige Berufung ein. In der Verhandlung vor der 2. Strafkammer des Landshuter Landgerichts kämpfte er jetzt um eine Bewährungschance. „Ich weiß, dass ich einen großen Fehler gemacht habe“, unterstrich er sein Geständnis. Vor allem, dass er auch seine Ehefrau, die in Erding noch mit auf der Anklagebank saß, mit hineingezogen habe, tue ihm leid. Er selbst sei schon mit 15 durch einen falschen Freundeskreis in die Drogenszene abgeglitten. Seit der Hausdurchsuchung vor einem Jahr habe er nichts mehr angerührt, auch weil ihm seine Frau den nötigen Halt gebe. „Ich will für meine Familie da sein und werde nichts mehr anstellen“, versicherte der 26-Jährige.

Verteidiger Hellmut Hack plädierte auf eine Bewährungschance für den Dorfener. Die 2. Strafkammer verwarf, wie von Staatsanwältin Jeannine Zuck beantragt, allerdings die Berufung. Vorsitzender Richter Markus Knoblach verwies in der Begründung darauf, dass der 26-Jährige ein Bewährungsversager mit hoher Rückfallgeschwindigkeit sei und schon Glück gehabt habe, dass er wegen einer Körperverletzung noch einmal mit einer Geldstrafe davongekommen sei. Kaum zwei Monate danach habe er dann mit den Drogendeals begonnen. Damit sei ihm alles andere als eine positive Sozialprognose zu stellen. Für den Angeklagten bedeutet die verworfene Berufung, dass er für insgesamt 14 Monate ins Gefängnis muss; denn auch die Bewährung für die offenen sechs Monate aus der Schwarzfahrerzeit wird widerrufen.

Rubriklistenbild: © dpa

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