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Eine Idylle, die Vergangenheit ist: Jahrzehntelang war der Schwammerl hoch über dem Isental Treffpunkt von Verliebten und ein Rastplatz für Wanderer uns Spaziergänger. Der hölzerne Pilz musste der Autobahn weichen.   

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Kein Platz mehr für den Schwammerl

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Der Schwammerl hoch über dem Isental war über Jahrzehnte hinweg der Anlaufpunkt für Verliebte. Später wurde der hölzerne Fliegenpilz zum Wahrzeichen des A 94-Widerstandes. Seit Juli 2015 lagert der Schwammerl im Bauhof. Und dort wird er auch noch länger liegen.

Dorfen – Der Schwammerl bei Eck war schon immer ein beliebter Rastpunkt für Wanderer und Spaziergänger. Von hier aus konnten sie die herrliche Aussicht ins Isental genießen. Und es war auch ein magischer Ort: Generationen von Verliebten haben sich im Holz des Schwammerls mit ihren Namen verewigt. Doch die A 94 hat dem Schwammerl und damit der Idylle den Garaus gemacht. Dort frisst sich die Autobahn brutal durch das Isental. Bei Osendorf unterhalb des Schwammerls überspannt eine Monsterbrücke das Lappach-Tal. Der etwa drei Meter hohe hölzerne Fliegenpilz musste abgebaut werden und lagert seitdem im städtischen Bauhof. Und dort wird er vermutlich auch noch länger liegen – wenn nicht gar für immer.

Laut Bauverwaltungsleiter Franz Wandinger ist die Stadt auf der Suche nach einem neuen Standort für den Schwammerl. Bislang ist man aber noch nicht fündig geworden. Dass das Dorfener Wahrzeichen wieder an den alten Platz kommt, ist eher unwahrscheinlich. Denn weder die ARGE Autobahn noch der private Grundbesitzer hätten ein Interesse daran. Denn der Standort ist laut Wandinger zu nahe an der Kante des Hanges, in dem die Autobahntrasse verläuft. Jetzt hofft die Stadt, dass der Schwammerl weiter Richtung Eck einen neuen Standort bekommen könnte. Aber auch hier sind die Gespräche mit dem Grundstückseigentümer noch nicht abgeschlossen. Letztendlich wird der Schwammerl im Bauhof bleiben, wenn kein Grundstück für einen neuen Standort gefunden wird.

Wie sehr der Schwammerl den Dorfener fehlt, zeigt eine Aktion junger Leute. Sie haben in der Nähe des ehemaligen Standortes eine Beton-Skulptur mit eindeutiger Aussage aufgestellt. Ein nackter Hintern reckt sich in Richtung Autobahn. Darauf steht: „Schamt’s eich!“

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