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Kalte Hotline: Bei der KMS nimmt offenbar niemand Störungen entgegen.

Störung seit Donnerstag

Kein TV-Empfang, Hotline abgeschaltet

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Viele Dorfener müssen seit Donnerstagnachmittag auf Fernsehen verzichten. Der Grund: Es gibt eine massive Störung bei ihrem Kabel-TV-Anbieter KMS/Cablesurf.

Dorfen – Es war ein kurzes aber heftige Gewitter am Donnerstagnachmittag, das über Dorfen niederging. Es kam zu einigen Blitzeinschlägen. Offenbar waren davon auch der Verteiler des Anbieters Kabel&Medien Service (KMS) in der Isener Siedlung betroffen. Seither bleiben die TV-Geräte der Kunden in der Isener Siedlung schwarz. Was die Betroffenen vor allem empört: Über die angebliche 24-Stunden-Hotline ist niemand erreichbar.

„Das ist ein Trauerspiel, eine Unverschämtheit“, ärgert sich Sepp Mittermeier. „Die KMS behandelt ihre Kunden wie das Letzte“, echauffiert sich der Dorfener. Auch Heinz Anneser ist stocksauer. Das Verhalten des Kabel-TV-Anbieters sei „unmöglich“. Telefonisch sei die Firma nicht erreichbar, auch sonst gebe es überhaupt keine Informationen. Auch mehrere Anfragen unserer Redaktion bei der KMS/Cablesurf blieben bislang unbeantwortet.

Für Klaus Steiner, Geschäftsführer der Stadtwerke Dorfen, ist das Verhalten der KMS nicht entschuldbar. „Aus meiner Sicht geht das gar nicht, dass man sich den Kunden einfach entzieht.“ Auch wenn die Stadtwerke mit der KMS-TV-Versorgung der Isener Siedlung nichts zu tun haben, fürchtet Steiner dennoch, dass auch der gute Ruf seines Unternehmens leiden könnte. Denn schließlich arbeiten die Stadtwerke in der Sparte Glasfaser bei Internet und Fernsehen mit dem Unterföhringer Unternehmen zusammen.

Bei der KMS geht es offenbar derzeit überhaupt drunter und drüber. Denn nicht nur in Dorfen gibt es Probleme mit dem Kabelfernsehen, auch in München sind viele der Kunden seit Tagen ohne Internet und Fernsehen. Auch dort wird berichtet, dass die Hotline nicht erreichbar ist.

Auch auf der KMS-Webseite gibt es keinerlei Hinweis auf Störungen. Hintergrund des Chaos ist wohl auch, dass die KMS aufgekauft worden ist. Das Unternehmen ist von der Tele Columbus AG geschluckt worden. Die Dienste werden von deren Tochter PŸUR angeboten.

Auf der Webseite Internetanbieter.de sind die Bewertungen für das Unternehmen katastrophal: „Weder im kaufmännischen noch im technischen Bereich bekommt man seine Leistung. Immer wieder Störungen, manchmal wochenlang keinen Anschluss“, von „unterirdischem Kundendienst“ ist die Rede und davon, dass das einzige, „was die hinbekommen, die monatliche Abbuchung“ ist.

Dorfener Kunden wie Sepp Mittermeier sieht da nur noch einen Weg: „Wir sollten alle kollektiv aussteigen und den Anbieter wechseln.“

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