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Alles genau nach Plan: Die A 94 wird keinen Zentimeter anders als vorgegeben gebaut, erklärte der Technische Projektleiter Nikolaus Arndt (r.) von der ARGE Isentalautobahn.

Bürgerversammlung Schwindkirchen

Keine Hoffnung auf besseren Lärmschutz

Der Kampf gegen gewaltige Naturzerstörungen durch eine Isental-Autobahn war richtig für die große Mehrheit im Dorfener Gäu. Bei der Frontalablehnung wurde am Ende aber zu spät erkannt, dass man zumindest Verbesserungen beim Lärm- und Hochwasserschutz rechtzeitig hätte fordern sollen.

Schwindkirchen – Leidgeprüft von A 94-Emissionen wird auch der Schwindkirchener Gäu sein. Hoffnung auf verbesserten Lärmschutz gibt’s wohl keine mehr, wurde in der Bürgerversammlung für den Ortsteil klar. Lärmschutz an der planfestgestellten Autobahn wird vom Bund nicht finanziert. So investiert die Stadt Dorfen rund 300 000 Euro für zusätzlichen Lärmschutz an der Goldachtal-Brücke.

Neben Forderungen nach dringender Erstellung von Hochwasserschutzmaßnahmen für den Bereich Höhenberger Straße (wir berichteten) gab es jetzt noch den Vorschlag, den Lärmschutz bei der A 94-Rastplatzanlage (PWC) bei Kaidach zu verbessern. Gewaltige Überschussmassen an Erdreich werden aus der A 94-Trasse abtransportiert und bei Lappach aufgetürmt. Da sollte es doch machbar sein den Lärmschutzwall an der PWC-Anlage bei Kaidach beim Bau noch etwas zu erhöhen, wurde von Anwohnern der von Dillis-Siedlung argumentiert. Sie werden aufgrund der Nähe zur PWC-Anlage besonders betroffen sein. Ein anderer Vorschlag war, nicht die Wälle zu erhöhen, sondern die Anlage abzusenken.

Angesprochen waren der Technische Projektleiter Nikolaus Arndt und Geschäftsführer Oliver Lauw von der Isentalautobahn GmbH & Co. KG, die sich in der Bürgerversammlung den nicht immer angenehmen Fragen stellten. Die A 94-PWC-Anlage wird nächstes Jahr gebaut. An jeder Fahrbahnseite entstehen Parkplätze für elf Großraum- und Schwertransporter, 49 Lkw, drei Busse, 27 Pkw und zwei Plätze für Mobilitätsbehinderte.

„Lärmschutz ist Sache der Autobahndirektion Südbayern“ und eindeutig vorgegeben, sagte Arndt klar. Die ARGE Isentalautobahn baue die Autobahn exakt nach den Planunterlagen der Autobahndirektion, so der Projektleiter. Bei Bau und Kosten sei man „exakt im Zeit- und Kostenrahmen“. Für die PWC-Anlage seien 3,5 Meter hohe Erdwälle und Lärmwände vorgesehen. „Wir bauen keinen Wall höher oder niedriger, keine zehn Zentimeter anders“, betonte Arndt. Auch eine Tieferlegung sei nicht möglich. Da würden dann auch alle Anschlüsse nicht mehr passen. „Jetzt ist es relativ spät, um noch Alternativen einfließen zu lassen“, ergänzte Lauw. Und wenn, dann sei die Autobahndirektion zuständig.

Die Abwässer der PWC-Anlage werden in die städtische Kläranlage bei Wasentegernbach geleitet. Befürchtungen, die Anlage könnte damit ans Limit kommen und so zum Baustopp in Schwindkirchen führen, seien unbegründet, sagte Vizebürgermeister Günther Drobilitsch. Trotz der PWC-Anlage habe die Kläranlage Reserven.

Leidgeprüft sind derzeit auch die Anwohner der Schilterner Straße, die als A 94-Baustellenzufahrt dient. Dazu gehört Franz Stadler. Er klagte, er habe Schubkarren voller Dreck vor seinem Haus durch die Lkw, die er selber entsorgen müsse, und auch Schäden auf seinem Privatgrundstück. Josef Glier von der ARGE versprach, sich „die Sache anzuschauen“. Und Schäden seien bei der ARGE einzureichen. Auch Teile der Stollnkirchener Straße werden durch den Baustellenverkehr der A 94 sehr stark beansprucht. Anwohner befürchten, sie würden später im Rahmen der Straßenausbaubeitragssatzung der Stadt an den Kosten der Wiederherstellung der Straße zur Kasse gebeten. Arndt erklärte, bei allen genützten Straßen seien Beweissicherungen des Zustands durchgeführt worden, der nach dem Bau der A 94 so wieder hergerichtet werde. Bürgermeister Heinz Grundner sagte dazu, er könne nicht zusagen, dass nur einige Anwohner an der Stollnkirchener Straße im Falle eines kompletten Straßenneubaus von der Straßenausbaubeitragssatzung befreit werden.

Unbeantwortet blieb die Frage von Nikolaus Rott, warum eine eigentlich geplante Behelfsbrücke für den Bau der Goldachtal-Brücke als Entlastung der öffentlichen Straßen nicht gebaut wurde. Dazu habe man keinen Auftrag gehabt, sagte Arndt.

Hermann Weingartner

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