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Die neue Schulleiterin: Andrea Hafner tritt die Nachfolge von Gerhard Motschmann an, der im Juli in Ruhestand gegangen ist.

Neue Schulleiterin Andrea Hafner

„Kinder brauchen Zeit zum Lernen“

Erstmals in der über 40-jährigen Geschichte des Gymnasiums Dorfen wird eine Frau die Schulleitung der erfolgreichen Bildungseinrichtung übernehmen. Studiendirektorin Andrea Hafner aus Erding hat die Nachfolge von Ruheständler Gerhard Motschmann übernommen.

Künftig gibt es reine Frauenpower an der Spitze der Schule, denn neben Hafner bleibt Christina Christiano stellvertretende Schulleiterin. „Gymnasium Dorfen – menschlich und modern“, soll das Motto ihrer Schulleitung sein, betonte Hafner im Gespräch mit der Heimatzeitung. Dabei setze sie auf die Zusammenarbeit mit den beiden Mitarbeitern im Direktorat, Wolfgang Lanzinger und Christian Höhne, der Lehrerschaft, sowie der ganzen Schulfamilie.

Die Heimat der 48-Jährigen ist der oberpfälzische Markt Regenstauf im Landkreis Regensburg. Dort besuchte sie die Grundschule und das Johann-Michael-Fischer Gymnasium Burglengenfeld. Im Landkreis Erding ist sie längst zuhause. Seit dem 20. Lebensjahr lebt Hafner mit ihrer Familie in Langengeisling. Die verheiratete Schulleiterin hat zwei Vorlieben, verriet sie unserer Zeitung: Ihre Familie mit zwei Kindern und der Beruf. Wenn Zeit bleibt, geht die Pädagogin zum Joggen, Mountainbiken, Bergwandern oder Skifahren. Sie mag gerne lesen und reisen, und auch das Kochen und der Garten gehören zu ihren Lieblingsbeschäftigungen.

Ihre berufliche Karriere begann mit dem Studium an der Universität Regensburg und dem Studienseminar am Goethe-Gymnasium. Ihre Fächer waren Biologie, Chemie, Natur und Technik. Der Werdegang führte sie dann ans Luisen-Gymnasium Wunsiedel, das Gregor-Mendel-Gymnasium Amberg und nach Erding ans Anne-Frank-Gymnasium. Danach wurde sie ins Kultusministerium berufen. Knapp sechs Jahre war sie dort Mitarbeiterin im Fachreferat Biologie und Chemie. „Da habe ich erlebt, was im Hintergrund passiert und Zusammenhänge von Politik und Schule kennengelernt.“ Zuletzt sammelte Hafner fast zwölf Jahre Erfahrungen als stellvertretende Schulleiterin am Korbinian-Aigner-Gymnasium Erding. Als „große Erfolge“ nannte sie die „innere Schulentwicklung“. Darauf wolle sich auch in Dorfen setzen.

Als wohnartnahe Schule sei Hafner auf das Gymnasium Dorfen aufmerksam geworden und habe sich hier beworben. Bereits die Homepage habe überzeugt, dass Dorfen eine „sehr moderne Schule mit toller Ausstattung“ sei. Begeistert habe sie auch die Vielzahl an ganz unterschiedlichen Projekten und Engagement im Bereich der nachhaltigen Bildung. Von den Schülern erwarte Hafner „Wissensdurst, Lerneifer und Engagement“ sowie Übernahme von Verantwortung, Höflichkeit und füreinander da zu sein. Die Direktorin wolle jetzt einfach mal „ihre Arbeit gut machen“ und der Schule „nichts von außen überstülpen“.

Im Trend sinkender Schülerzahlen sieht es Hafner als eine ihrer Hauptaufgaben, „die Schülerzahl mindestens konstant zu halten“. 2009 gab es mit 1384 Schülern einen Höchststand, im neuen Schuljahr werden es noch 1034 sein. „Unter 1000 Schüler“ könnte negative Folgen für das Gymnasium haben, denn dann brächen Mitarbeiter weg und Zuweisungen würden gekürzt. Es sei zu beobachten, dass „viele Kinder auf die Realschulen wechseln, obwohl sie fürs Gymnasium geeignet wären“.

Zum Streit G8 oder G9 sagte Hafner, sie sei „eher für das G9, aber nicht absolut gegen das G8“. Klar sei: „Kinder brauchen Zeit zum Lernen.“ Insgesamt wünscht sich die Schulleiterin, wie die meisten Direktoren, „eine einheitliche Linie“.

Die bisherigen Schulleiter:

Gründungsdirektor war Ludwig Mertl (1974 – 1987). Es folgten Dr. Wolfgang Odzuck (1987 – 1993), Eugen Häusler (1993 – 1999), Heinz Schaffer (1999 – 2007), Gerhard Motschmann (2007 – 2016).

Hermann Weingartner

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