Der favorisierte Platz für den Interimskindergarten ist der Parkplatz an der Bahnhofstraße. Der Zuglärm muss nun überprüft werden.
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Der favorisierte Platz für den Interimskindergarten ist der Parkplatz an der Bahnhofstraße. Der Zuglärm muss nun überprüft werden.

Neue Entscheidung des Dorfener Bauausschusses

Kita nun doch nicht an der Grundschule am Mühlanger

  • vonTimo Aichele
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Nach Protest aus der Grundschule am Mühlanger revidiert der Dorfener Bauausschuss seine Standortentscheidung.

Dorfen – Der Dorfener Interimskindergarten wird gebaut. Nur wo, ist noch nicht klar. Noch vor einem guten Monat hatte Bürgermeister Heinz Grundner den Bauausschuss zu einer sofortigen Festlegung gedrängt, weil sonst der ehrgeizige Zeitplan nicht einzuhalten sei. Ergebnis: Bis September sollte die zweigruppige Kita auf dem Gelände der Grundschule am Mühlanger errichtet werden. Nach Protesten von Elternbeirat und Schulleitung folgte am Mittwochabend die Rolle rückwärts. Nach dem neuen Beschluss des Bau- und Verkehrsausschusses werden nun drei neue Standorte genau überprüft. Die Schule ist nicht mehr dabei.

An der Spitze der Liste steht der östlichste der Parkplätze an der Bahnhofstraße. Die Fläche befindet sich im Eigentum der Stadt, die baurechtliche Einschätzung muss noch geklärt werden. Aber vor allem der Lärm von der nur wenige Meter entfernten Bahnlinie „ist zu prüfen“, wie es in der Sitzungsvorlage heißt.

Die beiden weiteren verbliebenen Kandidaten bieten ein idyllischeres Ambiente. Die Fläche nördlich des Spielplatzes am Haydnweg hat nach Grundners Vorschlag Prio 2. Sie gehört der Stadt, könnte aber zu klein sein, um die Kita mit 220 Quadratmeter Grundfläche plus Außenbereich und Stellplätze unterzubringen.

Mit Prio 3 steht ein Areal an der Flutkanalstraße auf der Liste. Es handelt sich baurechtlich um eine Grünfläche am Rand des Isenauenparks, die zudem im Landschaftsschutzgebiet liegt. Wegen des sozialen und temporären Zwecks der Einrichtung (die Rede war von fünf Jahren) hat das Landratsamt eine Baugenehmigung in Aussicht gestellt. Ein Anwohner ist dort aber alles andere als begeistert von den möglichen neuen Nachbarn, und die Erschließungsstraße ist ziemlich eng. Entsprechend dieser und weiterer Einschränkungen hatte Grundner (CSU) zu Beginn der Beratung erklärt: „Wir müssen aus neun mäßig Standorten den am besten geeigneten herausfiltern.“

Bereits eine Woche nach der umstrittenen ersten Beschlussfassung habe er Schulleiter Emrich mitgeteilt, dass er die Verwaltung mit der Prüfung weiterer Standorte beauftragt habe, berichtete der Bürgermeister am Mittwoch in der Sitzung in der Aula der Zentralschule. Schulleiter Thomas Emrich und weitere Mitglieder der Schulfamilie hörten sehr gut zu. Sie hatten Front gegen den ursprünglichen Plan gemacht, weil die Kita die Bewegungsfläche zugestellt hätte.

Der Ausschuss stimmte nach längerer Debatte über jeden der vorgestellten Standorte ab. Die größte Mehrheit erhielt der Parkplatz an der Bahn (9:2) vor Haydnweg (8:3) und Flutkanalstraße (6:5). Ohne Zustimmung blieben das ursprünglich als alternativlos dargestellte Schulgelände sowie wegen der von Bauamtsleiter Franz Wandinger vorgetragenen K.o.-Kriterien Standorte am Marienstift, auf dem Volksfestplatz und das ehemalige Gelände des Straßen- und Wasserzweckverbands nahe des Bauhofs.

Nur eine Stimme erhielt ein Vorschlag, den Bauunternehmer Robert Decker gemacht hatte: Er hätte auf dem Meindl-Areal ein Gebäude dafür errichtet und der Stadt vermietet. Lediglich 3. Bürgermeister Sven Krage (ÜWG) bezeichnete das als „ideale Lösung“. Mieten statt kaufen sei im Hinblick auf die Stadtfinanzen eine kostengünstige Lösung. Dem widersprach Michael Oberhofer (CSU): „Haben ist besser als mieten, weil es billiger ist.“

Mehrere Stadträte bemängelten allerdings die schlechte Erreichbarkeit des Standorts, wenn voraussichtlich 2022 der eigene Bahnübergang der früheren Ziegelei geschlossen wird. „Dann stehen die Mütter mit dem Rad und einem Kinderanhänger ungesichert an der B 15“, sagte Andreas Hartl (GAL). Er habe mit einer betroffenen Familie gesprochen, entgegnete Krage. Gerade Krippenkinder würden in der Regel mit dem Auto gebracht.

Und es sind Krippenplätze, die ab September 2021 fehlen. In der neuen Kita sollen dann zwei Gruppen à zwölf Krippenkindern unterkommen. In den folgenden Jahren könnten es aber Kindergartengruppen mit dann mehr Kindern und auch größerem Bedarf an Außenspielflächen werden.

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