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Viel Sitzfleisch brauchten die Zuhörer. Vier Stunden lang debattierte der Stadtrat. 

nach heftiger debatte im Stadtrat

Klares Ja zum Neubau der Sportstätten

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Die Sport-, Freizeit- und Erholungsflächen sollen am südlichen Stadtrand neu gebaut werden. Der Stadtrat hat beschlossen, die Planung dafür weiter zu führen. Die Finanzverwaltung geht davon aus, dass die Stadt nur knappe zwei Millionen Euro dafür zuschießen muss. SPD und Grüne üben heftige Kritik.

Dorfen – An die 50 Zuhörer, darunter viele Vereinsvertreter, verfolgten am Mittwochabend die fast vier Stunden dauernde, teilweise heftige Diskussion. Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) appellierte zu Beginn an den Stadtrat, die sich bietende „historische Chance“ nicht zu verpassen. Das Freibad und die TSV-Sportanlagen seien längst zu klein. Bis zum Jahr 2030 sei der Stadt ein Zuwachs auf rund 18 000 Einwohner prognostiziert. Es gelte, die Sport- und Freizeitflächen „zukunftsfähig zu machen“.

Stadtplanerin Martina Schneider vom Münchner Büro „Stadt Raum Planung“ hat zur Sitzung eine 50-seitige Broschüre erarbeitet, die Fakten, Chancen aber auch Probleme verschiedener Varianten aufzeigte. Lärmgutachter Rüdiger Greiner vom Ingenieurbüro Greiner & Partner machte deutlich, dass die bestehenden Sportanlagen im Bestand gefährdet seien, sollte bei alleiniger Absiedelung des TSV die Bebauung näher an Freibad und ESC-Halle heranrücken. Die Immissionsrichtwerte seien schon jetzt nur schwer einzuhalten.

Für Überraschung sorgte Finanzverwaltungsleiterin Maria Bauer. Sie hat in einer groben Finanzierungsrechnung aufgezeigt, dass durch den Verkauf der Grundstücke der bestehenden Sport- und Freizeitstätten 16,2 Millionen Euro erzielt werden könnten. Letztendlich müsse die Stadt nur etwa 1,8 Millionen Euro investieren, um neue Sportstätten bauen zu können.

Josef Jung (ÜWG) plädierte für eine komplette Auslagerung der Sportstätten. „Wir sind das der Bevölkerung schuldig.“ CSU-Kollege Ludwig Rudolf warnte davor, „jetzt in der Bevölkerung den Eindruck zu erwecken, dass wir wieder alles zerreden“.

„Husaren-Galopp“

SPD, Grüne und Landlisten-Fraktionschef Martin Heilmeier kritisierten den „Zeitdruck“, der bei der Entscheidung aufgebaut werde. „Es gibt viele Unwägbarkeiten“, argumentierte Simone Jell (SPD). Fraktionskollege Heiner Müller-Ermann warf der Verwaltung vor, dass darauf gebaut werde, eine Jahrhundert-Entscheidung „im Husaren-Galopp durchzupeitschen“.

Ursula Frank-Mayer (Grüne) forderte eine Grundsatzdiskussion, ob die Stadt ihre Flächen am Schwimmbad überhaupt meistbietend verkaufen sollte. Die Stadt solle lieber in den sozialen Wohnungbau investieren.

Sport- und Vereinsreferent Christian Holbl (Landliste) konnte im Laufe der Diskussion seinen Ärger nicht mehr unterdrücken: „Langsam zerreißt’s mich. Offensichtlich sind Teile des Stadtrates beratungsresistent“, konstatierte er. Die Vereine wollten die Auslagerung, sie bräuchten eine gesicherte Zukunft. Und finanziell sei ein Neubau der Sportanlagen machbar. Die Kritik seines Landlisten-Fraktionschefs Heilmeier sei dessen „private Meinung, nicht die der Landlisten“.

Gerald Forstmaier (Grüne) räumte ein, dass bei ihm ein Umdenken stattgefunden habe. Er sei ein Befürworter

„Mutig Schritt gehen“

davon gewesen, das Freibad am jetzigen Standort zu belassen. Er sehe jetzt aber nach Einschätzung der Fachleute zur Lärmproblematik „deutliche Schwierigkeiten“, das Bad zu erhalten. Gleichwohl hielt Forstmaier die „Datengrundlage“ für eine Entscheidung „für zu gering“. Martin Bachmaier rief die Stadträte dazu auf, „mutig den Schritt zu gehen, den Zug aufs Gleis zu stellen“.

SPD-Fraktionschefin Michaela Meister hielt vor allem das Verkehrsproblem zu den neuen Sportstätten für „nicht gelöst“. In Spitzenzeiten seien es täglich bis zu 3000 Fahrzeuge mehr, die sich durch das „Nadelöhr Wailtl Tor“ drängen würden.

Josef Wagenlecher (Landliste) beendete mit einem Antrag zur Geschäftsordnung auf Schluss der Debatte dann die Diskussion abrupt. Er beantragte auch eine namentliche Abstimmung. Der Stadtrat stimmte mehrheitlich beiden Anträgen zu.

15:6 Stimmen

Der Verlagerung der Sportstätten zugestimmt haben Gerald Forstmaier, Rudolf Angermeier, Josef Wagenlechner, Christian Holbl, Johann Selmair, Martin Heilmeier, Bertram Arendt, Josef Jung, Martin Bachmaier, Martin Greimel, Michael Oberhofer, Barbara Lanzinger, Sebastian Sperr, Ludwig Rudolf, Bürgermeister Heinz Grundner. Mit Nein gestimmt haben Michaela Meister, Heiner Müller-Ermann, Simone Jell, Ursula Frank-Mayer, Dorette Sprengel und Doris Minet. Entschuldigt gefehlt haben Günther Drobilitsch, Annemarie Empl, Jakob Baumgartner und Anton Stimmer.

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