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Die Energie jüngerer und älterer Stimmen machte den Abend zum Erlebnis.

Konzert

Kleine Instrumente, großer Klang

Jung und alt gemeinsam auf der Bühne, Evergreens und heiße Rhythmen – ein cooler Mix in großer Hitze: Das Ukulelen-Orchester des Dorfener Gymnasiums und die Liedertafel traten am Sonntagabend in der Zentralschule in Dorfen auf.

Dorfen– Wer braucht schon Rosen, Tulpen und Narzissen? Ein kleiner grüner Kaktus tut es bekanntlich auch. Der Acappella-Hit der Comedian Harmonists, interpretiert von der Dorfener Liedertafel, sorgte gleich zu Beginn des Konzertes für lockere Stimmung. In der Aula der Zentralschule war gewohnt gutes Repertoire der Liedertafel zu hören. „Wir sind zwar älter, aber längst nicht altbacken“, sagte Vorsitzende Petra Moorloher und bestätigte damit die Linie des Chors, zu der „Kein Schwein ruft mich an“ ebenso wie „Sway“ von Louis Demetrio gehörten.

Doch das Konzert sprengte den Rahmen des Bekannten. Das Publikum hörte auch „Lieder, die man von der Liedertafel nicht so gewohnt ist“, sagte Moorloher. Das Ukulelen-Orchester des Dorfener Gymnasiums zeigte nämlich, dass in den kleinen Instrumenten ein Maximum musikalischer Vielfalt steckt. Mit Witz und Virtuosität bewiesen die jungen Musiker, dass es keineswegs vieler Instrumente bedurfte, um große Töne auf die Bühne zu bringen.

Das junge Ensemble, zu dem Gymnasiasten und Lehrer gehören, wurde im vergangenen Frühjahr von Pascal Wilfer gegründet. Vorbild war das „Ukulele Orchestra Great Britain“. Der Schüler war fasziniert von den Ukulelen: „Klein, handlich und ressourcensparend – ein ernst zu nehmendes Instrument und keineswegs ein Spielzeug“, erklärte Wilfer. Das Motto der Band: „Save wood, play ukulele“ – „Holz sparen, Ukulele spielen“.

Die Ukulele-Spieler wussten auch ihre Stimmen einzusetzen – sowohl im Solo als auch im mehrstimmigen Gesang. Höhepunkt der Ukulele-Darbietung: Ein Mix unterschiedlicher Songs – von „Killing me softly“ über „Hotel California“ bis zu „Autumn leaves“, die zusammen mit einem Stück von Georg-Friedrich Händel ertönten. Der Klang war ungewöhnlich, überraschenderweise keine Kakophonie, sondern ein melodiöser Gesang. So ließen nicht nur die Songs von Amy Winehouse oder David Bowie, den Abend zu einem Höhepunkt werden, der im gemeinsam von der Liedertafel und den Ukulelisten gesungenen Finale „Ich war noch niemals in New York“ von Udo Jürgens gipfelte.

Kreativität und Energie junger und älterer Stimmen sowie der Spaß am Musizieren machten das alles zum Erlebnis. „Die Kombination der Stücke war außergewöhnlich. Das Konzert hat allen Freude gemacht, den Sängern aber auch dem Publikum – und das trotz der Hitze“, bilanzierte Besucherin Elisabeth Albersdörfer.

Bei der Liedertafel könne jeder mitmachen, der Freude am Singen habe, sagte Chorleiter Andreas Begert. „Wir singen, was uns gefällt – der Spaß steht dabei im Vordergrund.“ Die Proben finden dienstags um 19.30 Uhr in der Dorfener Bücherei statt.

Begert hatte am Samstag auf dem Odeons-Platz in München gespielt und dort mit seiner Band „Blaurosa“ den zweiten Platz bei einem Wettbewerb gewonnen (Bericht folgt).   MICHAELE HESKE

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