Vorwiegend junge Musiker brachten am Sonntagabend die Gäste im Jakobmayer-Saal zum Singen und Klatschen.F.: mhe
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Vorwiegend junge Musiker brachten am Sonntagabend die Gäste im Jakobmayer-Saal zum Singen und Klatschen.F.: mhe

Ukulelen-Orchester begeistert im ausverkauften Jakobmayer

Kleines Instrument, große Töne

Dorfen – Dass in kleinen Instrumenten ein Maximum musikalischer Vielfalt stecken kann – das zeigte das Dorfener Ukulelen-Orchester am Sonntagabend im Jakobmayer-Saal.

Mit Witz und Virtuosität bewiesen die überwiegend jungen Musiker, dass es keineswegs vieler Instrumente bedarf, um große Töne auf die Bühne zu bringen. Die Stimmung im ausverkauften Saal war dementsprechend dynamisch, das Publikum fast schon euphorisch.

Als „Thank You For The Music“ von ABBA erklang, mag wohl nahezu jeder Zuhörer im Saal gedacht haben: „Danke, dass ihr auf der Bühne steht. Und Danke für die schönen Lieder.“ Es war ein bisschen wie vor Corona: Genuss pur, ohne Einschränkungen – zumindest was Lebensgefühl und Leichtigkeit betraf.

„Endlich“, sagte Irmgard Bauer kurz vor dem Auftritt. Und ihre Kollegin Barbara Ulmer ergänzte: „Wir freuen uns so!“ Der Termin musste mehrmals verschoben werden: „Eigentlich war ein Weihnachtskonzert geplant“, so Bandleader Pascal Wilfer. Statt „White Christmas“ erklang nun „Skandal im Sperrbezirk.“

Die Freude am Spiel war den Interpreten jedenfalls deutlich anzumerken: 90 Minuten Power, 90 Minuten bombastische Unterhaltung. Eine konzertante Meisterleistung, ohne großes Orchester, ohne Pauken und Trompeten. Dabei lediglich neun Ukulelisten auf der Bühne. Schlagzeuger Jakob Marsmann gab den Takt vor, nutzte sein Instrument als Percussion. „Rock Around The Clock“ und „Le Freak“, aber auch ein Solo von Antonia Aturcanitei, die Amy Winehouse perfekt interpretierte, heizten die Stimmung noch mehr an.

Das junge Ensemble, zu dem ehemalige Gymnasiasten und Lehrer des Dorfener Gymnasiums gehören, wurde von Pascal Wilfer im Jahr 2018 gegründet. Vorbild war das „Ukulele Orchestra Great Britain“. Wilfer war fasziniert von den Ukulelen: „Klein, handlich und ressourcensparend – ein ernst zu nehmendes Instrument und keineswegs ein Spielzeug“, erklärte der Student. Das Motto des Ensembles: Save wood, play Ukulele – spar Holz, spiel Ukulele. Jedes Mitglied spielt freilich zusätzlich auch ein anderes, „richtiges“ Instrument: Darunter sind Kontrabass, Klavier, Violine, Viola, Gitarre, Saxophon oder auch Schlagwerk. Doch der Sound, ausschließlich von Ukulelen, sprengte im Jakobmayer deutlich den Rahmen das Bekannten.

Gerade beim „Te Deum“ von Charpentier, dem oft im Fernsehen gespielten „Eurovison-Song“, merkten die Zuschauer, wie perfekt das Ensemble trotz der langen Pause und weniger gemeinsamer Proben aufeinander eingespielt war. Jeder Akkord, jeder Ton saß.

Bleibt nur zu hoffen, dass das Dorfener Ukulelen-Orchester im kommenden Advent zum gigantischen Weihnachtskonzert lädt und „Have Yourself a Ukulele Christmas“ dann endlich nachgeholt werden kann. (Michaele Heske)

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