Den Wünschen der Jugendlichen auf der Spur: Susanne Streibl, Michael Rott, Fritz Brandhuber, Vincent Meilinger und Sebastian Emehrer (v. l.).
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Den Wünschen der Jugendlichen auf der Spur: Susanne Streibl, Michael Rott, Fritz Brandhuber, Vincent Meilinger und Sebastian Emehrer (v. l.).

Jugendumfrage der Dorfener Grünen

Klimaschutz ist das Top-Thema für Dorfens Jugendliche

Bei einer Umfrage der Grünen haben 117 junge Dorfener teilgenommen. Neben Klimaschutz undbesseren Busverbindungen steht auch das Wahlrecht ab 16 auf der Wunschliste.

Dorfen – Wie tickt die Jugend von heute? Und was würden die Heranwachsenden ändern? Das wollten die Grünen in Dorfen wissen und starteten im Januar eine breit angelegte Umfrage. 117 junge Leute zwischen 14 und 24 Jahren beteiligten sich daran. Jetzt liegt das Ergebnis vor: Klima- und Umweltschutz ist das große Thema, das Dorfens Jugendliche mit Abstand am meisten beschäftigt. Zudem halten 99 Prozent der Befragten das Thema „Wählen“ für wichtig, 72 Prozent wünschen sich ein Wahlrecht ab 16 Jahren. Und zwei Drittel aller Befragten glaubt, dass es noch ein weiter Weg bis zur Gleichberechtigung von Frau und Mann sei.

Sorge bereitet Sebastian Emehrer, Mitglied der Grünen-Jugend, dass rund ein Viertel der Teilnehmer angab, bereits ein oder sogar mehrmals wegen ihres Geschlechts oder Aussehens diskriminiert worden zu sein. „Über die Hälfte der Jugendlichen gaben aber an, sich gegen Rassismus zu engagieren“, freut sich der 21-jährige Student, der eine Art „Jugendbürgerversammlung“ für junge Dorfener fordert.

Man sollte es nicht glauben, aber junge Leute lesen tatsächlich noch Tageszeitung, auch wenn sie häufig das Online-Angebot der Medien nutzen. „Die Jugendlichen, die an der Umfrage teilgenommen haben, sind politisch und sozial engagiert“, fasst Michael Rott, Sprecher der Dorfener Grünen, zusammen. „Dass so viele Ideen kamen, zeigt uns, dass die jungen Leute sich auch Möglichkeiten wünschen, ihre Ideen einzubringen und ihre Meinung zu äußern“, sagt Rott.

Schließlich wüssten Erwachsene häufig nicht genau, was in den Köpfen der jungen Leute vor sich gehe, so Rott. „Wir sind ja nicht per Facebook oder WhatsApp mit den Jugendlichen vernetzt oder haben keine gemeinsamen Treffpunkte.“

Was würde Umfrage-Teilnehmer Fritz Brandhuber tun, wenn er Bürgermeister wäre? „Für mich hätte eine bessere Anbindung mit dem Bus an die Gemeinden im Umkreis Dorfens oberste Priorität“, meint der Mathematik-Student (21). „Wer kein Auto hat, ist im Landkreis aufgeschmissen.“ Zudem wünscht er sich, dass die Regionalbahn in den MVV aufgenommen wird.

Vincent Meilinger (16) geht in die 10. Klasse der Realschule Taufkirchen. Er würde sich für mehr Sportanlagen in Dorfen einsetzen. „Ein Skatepark, dafür würde ich mich stark machen oder eine Kletterwand“, sagt der junge Dorfener, den es freut, dass die Skateanlage nun im Stadtrat beschlossen wurde. Auch eine Bar für Teenies könne er sich vorstellen, etwa als zusätzlicher Treffpunkt im Tonwerk. Der Schüler wünscht sich deutlich weniger Autoverkehr in der Region.

GAL-Stadträtin Susanne Streibl zeigt das Ergebnis der Umfrage, dass die Dorfener Jugendlichen größtenteils mit ihrer Stadt zufrieden seien, an manchen Punkten allerdings Handlungsbedarf bestehe. „Gerade beim Umweltschutz ist noch viel Luft nach oben“, sagt sie.

Pandemiebedingt war eine kleine Feier für die Umfrage-Teilnehmer nicht möglich, doch via Zoom trafen sich die Grünen und die Jugendlichen online. „Wir haben Gutscheine verlost, als Dankeschön für das rege Interesse der jungen Leute an den Themen der Stadt Dorfen“, so Rott.

Michaele Heske

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