(BE)MERKENSWERTES DER WOCHE

Klotzen, nicht kleckern

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Im Stadtrat ist die Arbeit von Citymanager Markus Jocher in Frage gestellt worden. Dabei muss eigentlich ganz etwas anderes hinterfragt werden, meint Redakteur Anton Renner in seinem Wochenkommentar. 

Sind 62 000 Euro Honorar für einen Citymanager angemessen, von dessen Arbeit in der Öffentlichkeit nicht viel zu sehen ist? Mit dieser Frage haben Heiner Müller-Ermann (SPD) und Ursula Frank-Mayer (Grüne) im Stadtrat für einen Paukenschlag gesorgt. Damit ist öffentlich die Arbeit von Markus Jocher in Frage gestellt worden, der seit 2016 für die Stadt tätig ist. 62 000 Euro ist viel Geld, keine Frage. Vor allem, wenn dafür nur Aktionen zu sehen sind, wie etwa die „Nette Toilette“, bei der Gasthäuser mit einem Aufkleber zeigen sollen, dass ihre Toiletten auch von Nicht-Gästen benutzt werden dürfen. Natürlich macht Jocher mehr als nur Toilettenwerbung. Er arbeitet meist im Hintergrund, ist Bindeglied zwischen Stadt, Förderkreis und Geschäftswelt. Jocher verfügt aufgrund seiner Tätigkeit bei der Beraterfirma CIMA über viel Erfahrung im Stadtmarketing. Aber was kann jemand in elf bis 14 Stunden Wochenarbeitszeit wirklich erreichen?

In Dorfen fehlt es oft am Mut zum Handeln. Auch in diesem Fall. Gemäß dem Motto „Überall hinschnüffeln aber nirgends einen Haufen hinterlassen“ handelt die Stadt halbherzig. Dorfen braucht keine Stundenkraft als Citymanager, sondern eine Kraft, die sich in Vollzeit um das Stadtmarketing kümmert. Ein Citymanager ist die zentrale Ansprechpersonen für Handel, Immobilieneigentümer und Bürger. Er sollte der kreative Kopf der Stadt sein. Das alles trifft sicher auf Markus Jocher zu. Aber das alles kann man nicht in ein paar Stunden erledigen.

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