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Voller Saal, gute Stimmung: Bürgermeister Heinz Grundner sprach beim Neujahrsempfang im Jakobmayer-Saal zu seinen Parteifreunden. 

Neujahrsempfang der CSU Dorfen

CSU geht selbstbewusst in den Wahlkampf

Die CSU Dorfen unter Bürgermeister Heinz Grundner präsentierte sich beim Neujahrsempfang mit einer „Packen-wir-es-an“ Stimmung Richtung Kommunalwahl

Dorfen – Beim Neujahrsempfang der Dorfener CSU kam prominenter Besuch in den Jakobmayer-Saal: Die Präsidentin des bayerischen Landtags und Bezirksvorsitzende von Oberbayern Ilse Aigner war Festrednerin und warb für ein Gleichgewicht von Ökologie und Ökonomie. Derweil stellte Landrat Martin Bayerstorfer konkrete Pläne in den Raum, etwa eine Notfallambulanz für das Dorfener Krankenhaus. „Keine B 15 neu im Landkreis“, propagierte der CSU-Kreisvorsitzende. Und auch den Landwirten, die anlässlich der Veranstaltung vor dem Kulturzentrum protestierten, versprach er „volle Unterstützung“, ebenso wie lärmgeplagten Anwohnern der A 94.

Selbstbewusst stand Bürgermeister Heinz Grundner als Hausherr auf der Bühne, lobte Vereine und Verbände für ihr ehrenamtliches Engagement. Den Dorfenern gehe es so gut wie nie. „Wir sind eine starke und leistungsfähige Kommune.“ Die medizinische Grundversorgung passe, jeder fünfte Dorfener sei unter 18 Jahre alt.

Kommunalwahl: „Stillstand ist Rückschritt“

Die Wirtschaft müsse weiterentwickelt werden, der Klimawandel sei eine große Herausforderung. „Stillstand ist Rückschritt“, sagte der Dorfener Rathauschef. Weitere Herausforderungen in der neuen Legislaturperiode: Infrastruktur, aber auch neue Sportstätten. „Wir machen eine starke Kommunalpolitik“, schloss der Gastgeber. Und Bayerstorfer ergänzte: „All politics is local.“ Im Klartext: „Was im Kleinen gut funktioniert, kann Modell für die große Politik sein.“

Vorbildcharakter habe dabei die bestens organisierte Abfallwirtschaft im Landkreis. Biotonnen sind im Erdinger Land schon lange Usus, in München oder Rosenheim gebe es das indes noch nicht. Dabei sei es wichtig, dass die Menschen freiwillig mitmachen: „Sei es beim Recyceln oder auch beim Klimawandel – wir müssen Umdenken, wir müssen die Menschen überzeugen, dass es so, wie es jetzt ist, nicht weitergeht.“ Sachliche Argumente helfen dabei besser als Ge- und Verbote, meinte der Landrat.

Erding schafft eigene Regionalmarke

Besonders stolz ist Bayerstorfer auf die neu geschaffene Erdinger Regionalmarke, die er auch auf der Berliner Woche präsentiert hatte. „Regionalität steht im Vordergrund“, warb er für die Vermarktung heimischer Produkte. Immerhin gebe es 2000 Landwirtschaftliche Betriebe im Landkreis, lediglich 80 davon seien Bio-Betriebe. „Nichts gegen Bio“, sagte er, „aber wir unterstützen damit die Bandbreite der Landwirtschaft und des Handwerks in der Region.“ Und er ergänzte: „Wir sind für die Bauern da.“

So, wie er für alle Menschen im Landkreis Erding da sein möchte: Für die lärmgeplagten Autobahnanrainer ebenso wie für die Kranken in Dorfen: „Das Krankenhaus bekommt meine volle Unterstützung – Gesundheit muss uns was wert sein.“ Auch setzte er auf eine Notfallambulanz, damit die Versorgung der Menschen auch an Feiertagen gewährleistet werde. Und er bekräftigte: „Keine B 15 neu im Landkreis Erding. Wir sind keine Blockierer oder Verhinderer – aber ich stelle mich klar gegen die neue Bundesstraße bei uns.“

Aigner: E-Mail hat selben CO2-Ausstoß wie Plastiktüte

Festrednerin Ilse Aigner hielt sich indes recht allgemein. Die Landtagspräsidentin lobte Bayern und vor allem die Zeit, in der wir leben, die gerade in den Sozialen Medien immer als „katastrophal“ dargestellt werde. Bayern gehe es so gut wie noch nie: „Früher gab es Machtblöcke – über den Krieg macht sich heute keiner mehr Gedanken.“ Das sei nicht selbstverständlich, blicke man auf Konflikte in der Welt.“

Wichtig ist es für Aigner, Konflikte nicht hysterisch aufzubauschen: „Den Klimawandel zu leugnen bringt uns nicht weiter – dennoch sollte man die Folgen der Erderwärmung nicht als Generationenkonflikt sehen.“ Jeder müsse sich selbst überprüfen: „Eine E-Mail ohne Anhang zu verschicken hat den gleichen CO2-Ausstoß wie eine Plastiktüte.“ Dabei verwies sie auf die negative Berichterstattung über die hiesigen Automobilhersteller und die Kette der Zulieferer, die daran hingen: „Die neuen Diesel blasen saubere Luft heraus, das Dreier-Segment von BMW verkauft sich besser als Tesla.“ Die eigene Technologie werde aber in „Bausch und Bogen heruntergeredet“.

Kommunalwahl 2020 in Bayern: Welche Aufgaben hat der Landrat?

Service

Die Bürgermeisterkandidaten aller Gemeinden aus dem Landkreis Erding, haben wir für Sie in unserem Überblicksartikel zu den Kommunalwahlen 2020 aufgelistet. Alle weiteren Hintergrundberichte finden Sie auch auf unserer Themenseite zu den Kommunalwahlen 2020 im Landkreis Erding.

Michaele Heske

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