Der neue ÜWG Vorstand (v. l.): Doris Minet, Bettina Kronseder, Josef Jung, Bianka Lanzl, Ferdinand Zilcher, Sven Krage, Stefan Hintzen, Florian Wurzer, Stefan Eichner und Claudia Janocha.

Für „Stilwechsel“ im Rathaus

ÜWG-Ziel: Fünf Stadträte plus Bürgermeister

  • vonCIF.H. Weingartner
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Mit der Formel 3+2+1 zieht die ÜWG Dorfen in die Kommunalwahlen. Neben den drei bestehenden wollen sie zwei Stadtratssitze hinzugewinnen und den Bürgermeister stellen.

Dorfen – Mit der Formel 3+2+1 zieht die Überparteiliche Wählergemeinschaft (ÜWG) Dorfen in die Kommunalwahlen. Neben den drei bestehenden Mandaten wollen die Überparteilichen also zwei Stadtratssitze hinzugewinnen und auch noch den Bürgermeister stellen. Dieses Ziel formulierte am Montagabend ÜWG-Stadtrat und Vorstandsmitglied Josef Jung in der Jahreshauptversammlung des ÜWG-Vereins. In der ESC-Gaststätte stellte die Gruppierung ihr Wahlprogramm vor und wählte einen neuen Vorstand.

Bürgermeisterkandidat Sven Krage tritt als neuer Vorsitzender die Nachfolge von Achim Steiger an. Dieser konnte in der Jahreshauptversammlung persönlich nicht anwesend sein, weshalb Jung einen schriftlichen Rechenschaftsbericht verlas. Ein Markenzeichen der ÜWG sei, dass man sich stets der Sache verpflichtet fühle – und keiner Partei oder ideologischen Ausrichtung, betonte der frühere Stadtrat. Ziel der Stadtratsarbeit war es immer schon, vernünftig im Sinne für Dorfen zu handeln, mit Argumenten zu punkten und sich mit den politischen Mitbewerbern konstruktiv auseinanderzusetzen.

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Diese Auffassung vertrat auch ÜWG-Listenführer und Bürgermeisterkandidat Krage. Der 51-jährige aus Eibach präsentierte seine Schwerpunkte. Die lokalpolitische Landschaft Dorfens und der Außenbereiche habe er schon länger mit großem Interesse beobachtet. Der Vertriebsleiter in einem namhaften Medizintechnik-Unternehmen habe festgestellt, dass viele Bürger „dringend einen Stilwechsel und ein Wiederanschieben liegengebliebener Themen“ erwarteten. In das „weit verbreitete Dorfen-typische Hinterfragen nur mit einzustimmen“ sei ihm zu wenig, sagte Krage. Daher habe sich der gebürtige Berliner entschieden, „eine neue Herausforderung zu suchen und um den Einzug ins Dorfener Rathaus zu kämpfen“.

Kommunalwahl 2020: „Nicht nur reden“

Bei der ÜWG glaubt man an eine „echte Chance“, künftig den Bürgermeister zu stellen, wie die Stimmung in der Versammlung zeigte. Eine der Kernkompetenzen Krages sei „lösungsorientiertes Denken und das Gewinnen von Menschen für gemeinsame Ziele“. Entsprechend sein Programm-Motto: „Nicht nur reden – Dinge kann man nur verändern, wenn man tatsächlich was tut“. Dafür stehe der verheiratete Familienvater zweier Söhne. Sollte er den Chefsessel im Rathaus erobern, werde die Zeit des bloßen Verwaltens kommunaler Aufgaben einer Zeit „der Entwicklung der Stadt Dorfen zum starken Zentrum im östlichen Landkreis“ weichen.

Wahlprogramm: Barrierefreier Bahnhof und 30-Minuten-Takt

Ihr Wahlprogramm hat die ÜWG bereits im Internet veröffentlicht. Demnach müssten am Dorfener Bahnhof ein behindertengerechter Zugang zu den Bahnsteigen und zusätzliche, legale Querungsmöglichkeiten der Gleise geschaffen werden. Dorfen gehöre zudem in den MVV-Bereich mit einem 30-Minuten-Takt in den Hauptstoßzeiten.

Der zweigleisige Bahnausbau der ABS 38 dürfe im Stadtgebiet nur mit Tieferlegung realisiert werden. Daher kämpfe man „mit ganzer Kraft für die Troglösung und wirkungsvollen Lärmschutz beim Bahnausbau“, erklärte Krage. Ein großes Ärgernis seien lange Schließzeiten an den Bahnübergängen B15 und Kloster Moosen. Eine bessere Taktung wie in Wasentegernbach müsse realisiert werden.

ÜWG will drohenden Verkehrskollaps vermeiden

Nach Eröffnung der A94 komme man mit dem Auto inzwischen schneller nach München als zu manchen Zeiten quer durch Dorfen. Längst hätte da gehandelt werden müssen, weswegen die ÜWG „unbedingt zeitnahe Lösungen gegen den drohenden Verkehrskollaps“ fordere. Denkbar seien ortsnahe Entlastungsstraßen. Unbedingt frei zu halten seien Trassenoptionen für eine große Ortsumgehung in Abstimmung mit St. Wolfgang und Taufkirchen.

Nicht an Dynamik verlieren dürfe das Dorfener Sportangebot durch eine schlecht geplante Komplett-Auslagerung der Sportstätten, betonte Krage. „Und: Wir wollen auch in Zukunft in Dorfen schwimmen gehen.“ Ein Konzept zum Erhalt des alten Schwimmbads sei nötig. Zu den ÜWG-Wahlkampfzielen gehörten auch seniorengerechtes Wohnen, der Erhalt und Ausbau des Marienstifts als städtische Einrichtung sowie der Bau von barrierefreien und seniorengerechten Wohnformen.

Aktive städtische Bauleitplanung solle Wohnen in Dorfen wieder bezahlbar machen, sagte Krage. Die Bauleitplanung müsse einen hohen Anteil an Einheimischen-Modellen enthalten. Die ÜWG will auch den Geschosswohnungsbau voranbringen. Die Stadt brauche zudem weitere Sozialwohnungen. Auch neue Gewerbeflächen seien dringend nötig.

Der Vorstand:

1. Vorsitzender: Sven Krage, 2. Vorsitzender: Stefan Hintzen, Geschäftsführer: Ferdinand Zilcher, Schatzmeisterin:Bettina Kronseder, Schriftführerin: Bianka Lanzl; Beisitzer:Achim Steiger, Claudia Janocha, Stefan Eichner und Florian Wurzer; Kassenprüfer: Doris Minet und Hans Waxenberger. Fraktionsvorsitzender Josef Jung gehört auch dem Vorstand an.

Hermann Weingartner

Kommunalwahl 2020 in Bayern: Welche Aufgaben haben Stadtrat und Gemeinderat?

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