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Auf Tour durch Dorfen: die GAL-Vertreter um Ursula Frank-Mayer (5. v. l.) und Gerry Forstmaier (links daneben).

Kommunalwahl 2020

Grüne auf Spaziergang zu den Brennpunkten Dorfens: GAL stellt Ziele vor

Anstatt einer Pressekonferenz stellte die Dorfener grün-alternativen Liste (GAL) bei einem Spaziergang ihre Ziele vor. Geplant ist die Prüfung der Sportflächenverlagerung oder der ÖPNV-Ausbau. 

Dorfen – Nicht nur der Klimawandel steht auf der Agenda der Dorfener grün-alternativen Liste (GAL). Mit Verkehrs- und Wohnungspolitik, aber auch Umwelt- sowie Artenschutz wollen die Politiker bei der Kommunalwahl punkten. Die grünen Flaneure trafen sich am Freitag zu einem Stadtspaziergang am Volksfestplatz – und gingen mit Blick auf das Schwimmbad sofort in medias res.

Die GAL-Wahlkämpfer verzichteten dabei auf eine gewöhnliche Pressekonferenz: „Anhand von konkreten Beispielen im Stadtgebiet möchten wir zeigen, wo und was es in Dorfen zu tun gibt“, sagte Stadträtin Ursula Frank-Mayer. Eine Politik des „auf die lange Bank Schiebens“, wie sie derzeit oft im Rathaus praktiziert werde, stehe nicht auf der Agenda der Grünen.

„Bei der nächsten Stadtratssitzung beantragen wir eine ergebnisoffene Überprüfung für die Verlagerung der Sportflächen nach Rutzmoos“, kündigte Frank-Mayer an. Seit dem ad-hoc-Beschluss im Kontext mit der Bewerbung Dorfens zur Landesgartenschau 2018 sei nichts mehr passiert, ergänzte sie. Aber: Die Vereine platzten aus allen Nähten, es brauche neue Sportflächen.

Das Freibad mitten in der Stadt sei ein besonderes Kleinod: „Wie sieht es eigentlich mit einer Sanierung des Schwimmbads aus?“, fragte die gebürtige Dorfenerin. Schließlich gehe die Auslagerung des Bads auch zu Lasten der Schüler, die später mit Bussen zum Schwimmunterricht gekarrt werden müssten.

Ein weiteres Problem: Die Anfahrt zu Training, Turnieren und familienfreundlichem Schwimmen in Rutzmoos werde durch das Isener Tor führen. „Das ist eine zusätzliche Verkehrsbelastung für die Innenstadt“, kommentierte Susanne Streibl, die sich zum ersten Mal für den Stadtrat aufstellen ließ.

Weiter ging es zum Forsterstadel am Flutkanal – vis à vis der B 15, auf der nonstop Autos und Lastwagen vorbeifahren. „Wir haben klare Vorsätze“, sagte Streibl. „Wir wollen Verkehr vermeiden, verlangsamen, verlagern und verbessern.“ Dazu gehöre der Umstieg auf das Radl ebenso wie der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs nach Erding und Taufkirchen – aber auch eine engmaschigere Taktung des Stadtbusses und dessen Anbindung an Lindum. „Wir brauchen einen zweiten Stadtbus“, so Streibl.

Auch gegen eine Umgehungsstraße – „weder östlich noch westlich von Dorfen“ – spricht sich die GAL mit Vehemenz aus: „Unsere Stadt kann keine weitere Lärmachse mehr verkraften“, so Umweltreferent Gerry Forstmaier.

Entlang der Isen führte der Weg die Spaziergänger weiter Richtung Stadtwerke. Früher, da sei die Isen noch lebendig gewesen, sagte Stadtrat Andreas Hartl. Fische, Muscheln, Kleinkrebse und Libellenlarven tummelten sich in dem Flüsschen. „Alle Medikamente und Schadstoffe, die in die Toilette geworfen werden, fließen in die Isen.“ Bei Starkregen könne die Kläranlage das verschmutzte Mischwasser aus den Kanälen nicht mehr aufnehmen, erläuterte der Hobby- und Naturfotograf. Werde das Wasser nicht ausreichend verdünnt, könne es im ungünstigsten Fall zum Tod aller Wasserorganismen führen. „Um solche ökologischen Katastrophen künftig zu vermeiden, ist eine deutliche Erhöhung der Frischwassermenge unverzichtbar. Darüber hinaus ist eine zuverlässige Reinigung des Bypasses, der zurzeit häufig verstopft ist, zu gewährleisten“, forderte Hartl schon im Stadtrat.

Bezahlbarer Wohnraum darf im Wahlprogramm auch nicht fehlen: „Muss der städtische Bauhof mitten in der Stadt sein?“, stellte Hartl in Frage. In bester Wohnlage lägen quasi 12 000 Quadratmeter brach, die Raum für neue Wohnanlagen inmitten der Stadt bringen würden, wenn der Bauhof etwa ins Meindl-Areal umgesiedelt werde.

Und natürlich möchte sich die GAL auch für ein Mehrgenerationenhaus einsetzen oder das Jugendzentrum erhalten. Schließlich sollen sich Menschen jeden Alters in Dorfen wohlfühlen – und auch zusammenhalten. „Dorfen ist bunt und soll es auch bleiben“, fasste Frank-Mayer zusammen. 

Michaele Heske

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