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„Westwind, der bewegt“: Das versprechen (v. l.) Martin Heilmeier, Renate Döllel, Andrea Döllel, Christel Rudolph und Johann Selmaier im LDW-Wahlprospekt. 

Wahlprogramm der LDW

Landliste Dorfen-West will „Dorfen mit Herz erhalten“

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Grüßen auf der Straße, mehr Herzlichkeit im Stadtrat, Baupolitik für Einheimische - den Kandidaten der Landliste Dorfen-West geht es auch um den Zusammenhalt in der Isenstadt. Doch auch sachpolitische Forderungen finden sich im Wahlprogramm.

Dorfen – „Sachpolitik ohne Parteigeplänkel“ – dafür steht die Landliste Dorfen-West nach den Worten von Stadtrat Martin Heilmeier. Aus allen politischen Richtungen kämen gute Ideen, daher müsse die Zusammenarbeit wieder besser werden, findet der 52-Jährige, der seit 24 Jahren im Gremium sitzt. „Es muss wieder mehr Herzlichkeit im Stadtrat einkehren“, findet Heilmeier. Das Klima habe seit der Stadtwerke-Affäre rund um deren Ex- Geschäftsführer Karl-Heinz Figl stark gelitten.

„Es geht uns darum, Dorfen mit Herz erhalten“, sagt Listenkandidatin Renate Döllel im Pressegespräch zum Wahlprogramm. Es müsse eine Stadt bleiben, in der man einander herzlich grüße. Wichtig sei hier schon mal die Baupolitik, sind sich die Kandidaten einig. „Man muss aufpassen, dass Dorfen nicht zu schnell wächst“, erklärt Johann Selmair, der bereits seit 18 Jahren für die LDW im Stadtrat ist. Der Stadtrat habe hier eine Wachstumsgrenze von 1,4 Prozent beschlossen, momentan liege man bei etwa 0,8 Prozent Bevölkerungszuwachs pro Jahr. Dieser Wert müsse unbedingt moderat gehalten werden, sonst komme die Stadt bei Investitionen in die Infrastruktur nicht nach.

Es gebe durchaus Kommunalpolitiker, die mehr neues Bauland schaffen wollten, meint Heilmeier – „in der Hoffnung, so viel auszuweisen, dass der Preis nicht steigt“. Doch dieses Kalkül gehe in der Zuzugsregion rund um Dorfen niemals auf.

Bei all dem müsse man die Einheimischen im Blick haben, fordert Andrea Döllel. „Mir ist wichtig, dass die Landkinder bei uns blieben. Sonst wird’s anonym in der Stadt“, erklärt die Feinwerkmechanikerin (Listenplatz 4).

Gerade die geplante Entwicklung des Meindl-Areals in Autobahnnähe sei interessant. „Viele in meinem Alter arbeiten ja in München“, sagt die 26-Jährige. Daher sei Baulandentwicklung im Ansiedlungsmodell wichtig, ergänzt Heilmeier. Die Stadt dürfe ihre Flächen „nicht nur über den freien Markt an den Bestbietenden veräußern“.

Das Bauen für ältere Personen liegt Renate Döllel am Herzen, die auf Listenplatz 6 steht. „Es müssen stadtnah bezahlbare Wohnungen geschaffen werden“, erklärt sie. Die Überlegungen, den Bauhof auszulagern und dort Mehrfamilienhäuser zu bauen, „würden wir mittragen“, sagt die Hauswirtschaftsmeisterin über die erstmals von den Grünen geäußerte Idee.

Und es müssten Grundstücke und Immobilien in der Stadt genutzt werden, fordert Christel Rudolph. „Ideen hätten wir da schon, aber man kommt an diese Häuser nicht ran“, sagt die Kandidatin auf Listenplatz 3. Die Stadt habe hier schon einmal eine Bestandsaufnahme gemacht, berichtet LDW-Stadtrat Selmair. Aber die Besitzer von leer stehenden Immobilien hätten alle verschiedene Gründe angeführt, warum ihr Eigentum gerade nicht zur Verfügung steht.

Bei der Auslagerung der Sport- und Freizeitflächen vertritt die LDW eine andere Position als die CSU von Bürgermeister Heinz Grundner. Man müsse den anvisierten Standort in Rutzmoss „nochmal prüfen“, erklärt Heilmeier. „Der Bürgermeister hat es versäumt, hier mit allen Grundstückseigentümern zu verhandeln. Ich finde es schwierig, wenn die Leute aus der Presse erfahren, dass ihre Wiesen überbaut werden sollen“, sagt der LDW-Stadtrat. Seiner Liste schwebe ein anderer Standort vor, aber genau aus diesem Grund könne man das noch nicht öffentlich machen.

Für die Pendler sei wichtig, dass der MVV-Bereich endlich bis Dorfen ausgeweitet wird. „Der Landkreis muss da für den östlichen Bereich was tun“, also einen finanziellen Beitrag leisten, findet Heilmeier. Ein Parkdeck am Dorfener Bahnhof sei ebenfalls wichtig für die Bahnfahrer, und schließlich müsse die Kommunalpolitik auch beim derzeit beherrschenden Verkehrsthema, der Lärmbelästigung an der A 94, dranbleiben. „Auch nach der Wahl“, mahnt Selmair.

An der großen Belastung der Stadt durch den Verkehr an der B 15 werde man so schnell nichts ändern können, meint Heilmeier. Keine Variante für eine Umfahrung habe überzeugt. „Das Problem ist außerdem, dass man mit einer Umgehung einer B 15 neu in Stadtnähe Tür und Tor öffnen würde“, erklärt er. Die Bundesstraße müsse daher unbedingt im Kreis Mühldorf verlaufen.

Zu den Zielen der LDW gehört auch die Verwirklichung von Barrierefreiheit in Dorfen. Da habe Listenkandidat Michael Lohmayer seinen Mitstreitern die Augen geöffnet, erzählt Heilmeier. Lohmayer sitzt nach einem Unfall im Rollstuhl.

„Wir wollen 12 000 Stimmen erreichen“, erklärt Heilmeier. Das sei durchaus realistisch. Schließlich habe die Landliste Dorfen-West 2014 11 500 Stimmen und damit zwei Stadtratssitze geholt. Seine Gruppierung sei nicht nur fürs westliche Gemeindegebiet aktiv, sondern für ganz Dorfen.

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