Kommunalwahl

Stadtrat Dorfen: CSU bleibt stark, Grüne klauen einen Sitz von der SPD

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Glücklich mit dem Wahlergebnis ist der Dorfener Bürgermeister Heinz Grundner. „Die CSU Dorfen ist komplett ohne Blessuren aus dieser Wahl hervorgegangen.“ Das könnten die Christsozialen in anderen Orten nicht von sich sagen.

Dorfen – Heinz Grundner hat zum dritten Mal die Dorfener Bürgermeisterwahl gewonnen, und  seine CSU-Fraktion hat ihre Stärke mit sieben Sitzen gehalten. Der prozentuale Rückgang von 30,9 Prozent bei der Stadtratswahl 2014 auf jetzt 27,6 Prozent habe damit keine negativen Auswirkungen für die CSU gehabt, meint der 52-Jährige.

„Im Gegenteil: Wir hatten von 2008 auf 2014 sechs Prozent hinzugewonnen und haben jetzt diesen Gewinn gehalten“, erklärt der Ortsvorsitzende. „Ich kann auch kein Stadt-Land-Gefälle rauslesen“, analysiert Grundner. Man könne eben nicht sagen, dass das Umland stärker konservativ wähle. Und auch einen negativen Effekt der A 94-Debatte auf seine persönlichen Wahlergebnisse könne er nicht sehen. Sonst hätte er in den schwer betroffenen Ortsteilen Schwindkirchen und Watzling nicht 63 und 55 Prozent der Stimmen geholt. „Das Thema A 94 ist wichtig, war aber bei der Wahl nicht bestimmend“, folgert der Bürgermeister.

„Trotz aller politischer Tendenzen“, so Grundner, „die Blöcke verschieben sich nicht“. CSU und ÜWG als konservativ ausgerichtete Kräfte seien gleich stark geblieben, und ebenso der „progressive Block“ mit SPD und Grünen. Hier hat die Grün-alternative Liste (GAL) einen Sitz hinzugewonnen, während die SPD einen Stadtrat verloren hat. „Das haben wir genauso erwartet“, meint Grundner.

Die GAL-Fraktion wächst um einen Sitz. Entsprechend zufrieden ist Fraktionsvorsitzende Ulli Frank-Mayer mit dem Wahlergebnis von 18,0 Prozent (2014: 14,2 %). „Mit Susanne Streibl haben wir eine sehr kompetente Frau hinzugewonnen“, schwärmt Frank-Mayer. Für die zukünftige Arbeit hofft Frank-Mayer, „dass dieses Block-Denken aufhört“. Im Stadtparlament müsse mehr Team-Gedanke und gegenseitige Wertschätzung vorherrschen.

Vollkommen euphorisch ist Josef Jung. „Wir fühlen uns als Gewinner dieser Wahl“, sagt der ÜWG-Vorsitzende. Mit 13,0 Prozent der Stimmen habe die Gruppierung ihr Ergebnis von 2014 verbessert (10,9 %), die SPD überholt und die Fraktionsstärke gehalten. Dabei habe man mit Dritter Bürgermeisterin Doris Minet, die nicht mehr angetreten war, den Wegfall eines echten Zugpferd ausgleichen müssen.

„Wir gehen total gestärkt in die Stadtratsarbeit“, schwärmt Jung: „Und in sechs Jahren wird der Sven unser Bürgermeister.“ Tatsächlich hatte Bürgermeisterkandidat Sven Krage als vollkommener Neuling bereits 23,4 Prozent der Wähler überzeugt und damit etwas mehr als SPD-Bewerberin Simone Jell-Huber (23,1 %).

Schönreden könne man diese Ergebnis nicht, meint SPD-Urgestein Heiner Müller-Ermann. „Wenn man einen Sitz verloren hat, hat man einen Sitz verloren.“ In Landtags- und Bundestagswahlen habe die SPD noch stärker verloren. Doch hinter einer solchen Argumentation wolle er sich nicht verstecken. Er für seinen Teil werde weiter für sozial-ökologische Themen kämpfen. „Die erfassen die Dramatik des Klimawandels nicht“, klagt der 70-Jährige über die CSU und weitere konservative Fraktionen. „Aber ich werde da nicht umschwenken.“

Ergebnisse:

Bürgermeisterwahl:Heinz Grundner, CSU, 53,5 %; Sven Krage, ÜWG, 23,4 %; Simone Jell-Huber, SPD, 23,1 %.

Wahlbeteiligung:66,2 %

Stadtratswahl:CSU 27,6 %, 7 Sitze (+0); GAL: 18,0 %, 4 (+1); ÜWG: 13,0 %, 3 (+0); SPD: 11,2 %, 3 (-1); LDW 7,7 %, 2 (+0); TEG 6,6 %, 2 (+0); Gemeinwohl: 6,3 %, 1 (-1); AfD 4,9 %, 1 (+1); EWG 4,7 %, 1 (+0).

Nachrücker: Hans Baumgartner, GAL: Manfred Groh, ÜWG: Dominikus Gerbl; SPD: Seppo Schmid, LDW: Renate Döllel, TEG: Bertram Arendt, Gemeinwohl: Robert Daumoser, AfD: Anton Wastl, EWG: Johann Winkler.

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