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Konsequent inkonsequent - auf jeden Fall gegen die Kultur

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Von: Timo Aichele

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Timo Aichele, stellv. Redaktionsleiter
Timo Aichele, stellv. Redaktionsleiter © Aichele

In der Gastronomie gilt 2G, in der Kultur 2G-plus. Darin liegt keine Logik, außer das Buhlen um Wählerstimmen. Kommentar.

Bei Konzert, Kino oder Kabarett gilt derzeit die 2G-plus-Regel. Man braucht sogar als Geimpfter einen Test. Und wer die Eingangskontrolle mit Zertifikat erfolgreich passiert hat, sitzt mit Maske im drei Viertel leeren Saal auf dem streng nach „Haushaltsregel“ zugeteilten Platz – da hat die Gaudi ein Loch.

Es gäbe sogar Veranstalter, Musiker oder Kabarettisten, die solche strengen Vorgaben zähneknirschend akzeptieren würden – wenn sie das Gefühl hätten, dass hier konsequenter Gesundheitsschutz betrieben wird. Doch davon keine Spur.

Denn die Strenge im Konzertsaal wird vom echten Leben ad absurdum geführt. Viele Konzertgänger treffen sich vorher oder nachher mit Freunden – im vollbesetzten Lokal oder zuhause, ohne Testpflicht, ohne Maske.

Angesichts der niedrigen Impfquote und Omikron wäre 2G-plus in der Gastro sogar vertretbar gewesen. Die bayerische Staatsregierung hätte hier ohne Gesichtsverlust auf die strengere Bundeslinie einschwenken können.

Wenn sich der Freistaat nun locker gibt, kann das nur mit der Angst vor dem Wähler zu tun haben. Stimmen aus der Kulturszene scheint die CSU eh abgeschrieben zu haben. Dabei ist die Landtagswahl erst im Herbst 2023. Bei der sonstigen Söderschen Sprunghaftigkeit kaum zu glauben, dass schon jetzt so konsequent auf ein so fernes Ziel hingearbeitet wird.

Wer aber derart unlogisch handelt, verspielt zunehmend das Recht, unbequeme Entscheidungen mit Wissenschaft zu begründen. Das Festhalten an der 10H-Regel für Windkraftanlagen fällt in die gleiche Kategorie. Die CSU schwört angeblich auf die Energiewende, macht sie so aber unmöglich.

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