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Super Sound und eine klasse Stimme: Gudrun Mittermeier stellte im Jakobmayer in Dorfen ihr neues Album vor

Gudrun Mittermeier im Jakobmayer

Indie-Pop auf Bairisch

„Servus Dorfen!“, begrüßte Gudrun Mittermeier nach zwei Liedern ihre Fans am Freitagabend im Jakobmayer. Ein bisschen hatte die 47-Jährige gebraucht, um sich einzusingen, doch dann lief es. „Das ist das erste Konzert, bei dem ich die ganze erste Reihe kenne“, scherzte sie. Kein Wunder, schließlich ist die ehemalige Wartenbergerin mit dem Dorfner Comedian Michale Mittermeier verheiratet und hat selbst schon mal in der Nähe von Dorfen gewohnt, also ein Heimspiel.

Dorfen – Gudrun Mittermeier freute sich, in Dorfen eine „richtig coole Band“ dabeizuhaben. Und die Musiker waren tatsächlich grandios, ein satter Sound, perfekt vom Tonmeister abgestimmt, machte sich bei jedem Stück im vollen Saal des Jakobmayer breit. Da waren Profis an Schlagwerk, Bass, Gitarre, Keyboard und Harmonium – „nerdige Musiker“ aus Heidelberg wie Mittermeier sie vorstellte, die kein Wort Bairisch verstünden, dafür aber dann doch ganz gut mitsangen.

Mittermeier hatte bei den Proben kurzerhand beschlossen, die Lieder, die sie ursprünglich in Englisch getextet hatte, auf Bairisch umzuschreiben, da sie „ihre Muttersprache“ wiederentdeckt hatte. Ob nun Englisch oder Bairisch – verstanden hat der Zuhörer so oder so nichts, doch das tat dem musikalischen Vergnügen keinen Abbruch. Mit glasklarer hoher Stimme sang die Münchnerin von Sehnsucht nach Heimat und Geborgenheit. Die Texte ihres neuen Albums „Mitternach“ handeln von Einsamkeit, dem Loslassen, der Vergänglichkeit des irdischen Lebens und von Freiheit – oft kamen die Songs melancholisch rüber, aber es waren auch fröhlicher Nummern dabei. Stets klangvoll orchestriert von ihrer exzellenten Band. Abrupte Tempiwechsel der Musiker und die changierende Stimme Mittermeiers machten die Stücke abwechslungsreich. Das Ergebnis ist Indie-Pop auf Bairisch. Ein bisschen erinnerte die Musik auch an die lässigen Coldplay-Songs.

Je länger das Konzert dauerte, um so fröhlicher wurde die Sängerin: „Habt ihr auch so viel Spaß wie wir hier oben?“ fragte sie ins Publikum. Mit einem akustischen Stück gegen End des Konzerts zeigte Mittermeier, dass sie auch ohne Begleitung kann. „Koid und alloa“ hieß das Lied, das sie hingebungsvoll und emotional ins Mikrophon hauchte. Wenn sie sing, scheint sie ganz bei sich zu sein, verletzlich und nahbar. Und doch umwittert die attraktive Erscheinung eine geheimnisvolle Aura.

Ganz nahbar hingegen wardie Ex-Dorfenerin beim Autogramme schreiben. Fröhlich und losgelöst begrüßte sie ihre alten Bekannten und kritzelte unermüdlich Widmungen auf ihr Album.

Alexandra Anderka

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