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Mit souveräner Hand leitete Dirigent Ernst Bartmann das Konzert in der Pfarrkirche Maria Dorfen mit Kirchenchor, Gesangssolisten und Orchester. 

Konzert in der Pfarrkirche Maria Dorfen

Packende Passion

Ein fein abgestimmtes Orchester, ein hoch präsenter Kirchenchor und souveräne Gesangssolisten gestalteten eine ergreifende Johannes-Passion in der Pfarrkirche Maria Dorfen.

Dorfen – Begleitet von herzerwärmenden Sonnenstrahlen begaben sich am Sonntagnachmittag viele Zuhörer ins geräumige Gotteshaus in Dorfen, um dort fernab von frühlingshafter Heiterkeit über die ebenso aufrüttelnde wie kontemplative Musik Johann Sebastians Bachs den Gottessohn auf seinem letzten schweren Gang zum Kreuz zu begleiten. Sie tauchten dabei in eine tiefgründige barocke Klangwelt ein.

Birgt das über zweistündige Werk eine entfesselte, archaische Dramatik in sich, so arbeitete Dirigent Ernst Bartmann vor allem die raffinierten Strukturen der Komposition heraus, gewährte mit seiner durchsichtigen und klaren Gestaltung Einblick in die künstlerische Machart der Johannes-Passion, ohne dabei deren wuchtige Sprengkraft zu schmälern.

Man hörte einen hoch präsenten Chor, ein kleines, feines Orchester, das wunderschön zusammen musizierte und jedem Ton eine Bedeutung verlieh. Gerade bei den lyrisch schwebenden Stellen vermittelte das Ensemble mit kammermusikalischer Dichte atemberaubende Momente innerer Spannung. Die Gesangssolisten integrierten sich hier als Orchestermitglieder ins Gesamtgefüge.

Souverän, mit ausgereiften stimmlichen Mitteln und einer hellwachen Musikalität verlieh Bariton Martin Ulrich dem römischen Statthalter Pilatus Kontur. Außerdem zählten seine Arien im zweiten Teil der Passion zu den Höhepunkten des Konzerts, darunter eine Choralkantate als packender Dialog zwischen dem Chor und dem Solisten. Eindringlich wurde hier die Frage nach der Erlösung in den Raum gestellt. Konstantin Riedl erweckte mit warmer Baritonstimme die Figur des Jesus zum Leben. Tenor Frieder Lang transportierte als erzählender Evangelist in den Rezitativen das Geschehen weiter und schöpfte bei dieser umfänglichen Rolle aus seinem großen musikalischen Erfahrungsschatz.

Drei Worte mit elementarer Bedeutung: „Es ist vollbracht“ – diese zentrale Botschaft verkündete Altistin Carolin Ritter als tröstliche Gewissheit. Ihre klare, in allen Registern abgerundete Stimme trug viel zum Gelingen der Aufführung bei. Petra Bartmann sang die Sopranarien. Berührend gestaltete der Kirchenchor Dorfen den berühmten Schlusschor als innigen Trauergesang zur Passion des Gottessohnes mit einem lichten Ausblick auf Erlösung.

Großer Schlussapplaus und Begeisterungsrufe folgten, holten einen zurück ins Hier und Jetzt. Dann standen die Zuhörer in der voll besetzten Kirche auf und spendeten den Mitwirkenden stehende Ovationen. Die tröstende Musik im Ohr trat man durch die Kirchentür hinaus in die milde Abendsonne.

von Vroni Vogel

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