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Vergeblicher Appell: Valentin Waxenberger (stehend) hat keinen Kameraden überzeugen können, sein Nachfolger als Kommandant zu werden. 

Feuerwehr Zeilhofen

Krise: Niemand will Kommandant werden

Führungskrise bei der Feuerwehr Zeilhofen: Niemand will Nachfolger des zurückgetretenen Kommandanten Valentin Waxenberger werden. Bürgermeister Heinz Grundner hat Waxenberger daher als „kommissarischen“ Chef bestimmt.

VON HERMANN WEINGARTNER

Landersdorf – „Die Jungen müssen Verantwortung übernehmen“, hatte Waxenberger schon bei seiner Wiederwahl 2014 gefordert. Er erinnerte damals daran, dass er bei den nächsten Wahlen aus Altersgründen ausscheiden müsse. Bei der Dienstversammlung am Montagabend fand sich aber keiner der Aktiven, die Nachfolge Waxenbergers anzutreten. Auch sein langjähriger Stellvertreter Martin Flieher stellte sich keiner Neuwahl mehr.

Zuvor hatte Waxenberger nach dem Dank an alle seine langjährigen Unterstützer eindringlich appelliert: „Wir brauchen neue Kommandanten. Der 1. Kommandant ist kein Hexenwerk.“ Sein Nachfolger werde „nicht alleine“ gelassen und bekomme sämtliche Unterstützung aus der eigenen Wehr, der Dorfener Stützpunktwehr und der Kreisbrandinspektion. Das bestätigte auch Kreisbrandrat (KBR) Willi Vogl. Er forderte: „De Junga miassn opacka.“ Es gebe einige junge Kommandanten, die zunächst nicht so euphorisch gewesen seien, aber denen das Amt mittlerweile „sehr gut gefällt“. Da könne man gestalten und die Erfahrungen einer Führungsarbeit seien auch sehr positiv für das berufliche Leben, sagte Vogl.

Die Zeilhofener Wehr hat über 43 Aktive und viele Junge. In der Dienstversammlung warb auch Bürgermeister Grundner als Wahlleiter für Nachfolger der Kommandanten – allerdings vergebens. Weil keiner Kommandant werden wollte, brach der Stadtchef die Wahlen ab. „Ich kann keinen zwingen“, sagte Grundner, forderte aber von den Aktiven: „Überlegt’s euch was.“ Die nächste Dienstversammlung ist in drei Monaten angesetzt.

Waxenberger ist seit 43 Jahre aktiv bei der Zeilhofener Wehr, davon war er sechs Jahre zweiter und zwanzig Jahre erster Kommandant

Wird auch im März kein Kommandant gefunden, sieht das Bayerische Feuerwehrgesetz die Bestellung eines „Notkommandanten“ durch die Gemeinde vor. Damit wird ausgeschlossen, dass eine Feuerwehr längere Zeit ohne Kommandant oder Stellvertreter ist. Sind beide Funktionen gleichzeitig unbesetzt, übernimmt möglicherweise der ranghöchste Dienstgrad kommissarisch die Leitung. Vor einer Bestellung muss die Gemeinde den zu Bestellenden anhören und sich sofort nach der Notbestellung bemühen, einen Kandidaten für das Amt des Kommandanten zu finden. Bleibt das Amt dauerhaft vakant, kann die betroffene Wehr einer anderen Feuerwehr untergeordnet werden.

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