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Müllberge in einer gekündigten Wohnung am Dorfener Rathausplatz hat Herrmann Palmberger fotografiert. Er zeigt sie auf seinem Tablet. 

Kritik an der Rechtssprechung 

Wenn Vermieten zum Ärgernis wird

Schwarze Schafe gibt es auf beiden Seiten: Wohnungsnutzer zahlen nicht und Vermieter fordern horrende Mieten. Doch Herrmann Palmberger ärgert sich darüber, was sich Vermieter inzwischen alles gefallen lassen müssen.

Dorfen Ein Container voll mit alten Möbeln, Hundekot unter der Heizung und viele Müllsäcke: So hat Familie Huber (Name geändert) die gemietete Wohnung am Rathausplatz in Dorfen verlassen – als sie ausgezogen ist. Herrmann Palmberger (52) aus Dorfen wischt über die Fotos auf seinem Tablet. „Aber es geht nur immer um die armen Mieter“, kritisiert der Chef eines Immobilienbüros: „Immer sind die Vermieter die Bösen.“

Er hat schon mehrere vermüllte Wohnungen in Dorfen gesehen und wünscht sich mehr Rechte für die Vermieter. Palmberger war Hausverwalter der verwüsteten Wohnung am Rathausplatz. Als die sechsköpfige Familie sich einen Hund anschaffte, kündigte er seinen Besuch an. Denn ein Hund war laut Mietvertrag nicht gestattet. „Außerdem hat die Familie die Miete zum Teil oft zu spät oder gar nicht gezahlt.“ Der Vermieter kündigte der Familie Huber. Doch die „deutschsprachigen Mieter“, wie Palmberger betont, ließen danach ein Chaos zurück.

Palmberger: „Die Vermieter haben für die Räumung rund 20 000 Euro und für die Wohnungssanierung 40 000 Euro gezahlt.“ Wegen des Hundekots auf dem Boden hätten sie neue Böden einlegen müssen, die eingebaute Spüle sei verschwunden und die Badewanne zerstört worden. Außerdem habe die Familie Elektroschrott, alte Regale, Spielzeug, eine Couch und Müllsackberge hinterlassen.

Weniger Ärger durch Leerstand

Für die Entsorgung mussten die Vermieter einen Container bestellen, die Entsorgungskosten tragen und einen Rechtsanwalt beauftragen. Denn die Gesamtkosten von rund 60 000 Euro klagen die Vermieter aus Dorfen gerade ein. Die Chancen stehen allerdings schlecht, denn: „Die Wohnung hat das Amt bezahlt“, sagt Palmberger.

Rund sieben Jahre hat die Familie in dem Mehrfamilienhaus gewohnt. Aber dass sie einmal so ein Chaos anrichten, das habe keiner geahnt: „Man sieht es den Mietern ja nicht an.“ In einer anderen Wohnung in der Dorfener Bäckergasse hatten die Mieter keinen Kühlschrank mehr, als sie auszogen: „Die Lebensmittel waren auf dem Balkon und in der ganzen Wohnung verteilt.“

Der Wermutstropfen: „Einige Vermieter lassen ihre Wohnung nach solchen Vorfällen lieber leer stehen als dass sie noch mal vermieten.“ Deshalb fordert er eine „Rechtssprechung, die wieder mehr pro Vermieter geht“. Denn: „Manchmal dauert es einfach lange, bis man jemanden rausklagen kann.“ Gleichzeitig haben auch die Vermieter ein Risiko: Einige nehmen ein Darlehen für die Wohnung auf und wollen es mit der Miete tilgen. Wenn der Mieter nicht zahlt, kann es schwierig werden.

Grundsätzlich gebe es unter den Mietern in allen Schichten schwarze Schafe, aber: „Ich nehme zum Beispiel keine Familien mehr, deren Wohnung vom Amt bezahlt wird“, sagt Palmberger. Das hätten ihn seine Erfahrungen gelehrt. Gleichzeitig sagt er: „In der Wohnung eines Geschäftsführers kann es genauso chaotisch ausschauen wie bei einer alleinerziehenden Mutter“. Auch Studenten verteidigt er. Sie hätten oft mit Vorurteilen zu kämpfen – Partys, laute Musik, verschimmelte Küchen. Aber er warnt, alle in einen Topf zu werfen: „Es gibt solche und solche Studenten.“

Auch mit ausländischen Mietern habe er keine schlechten Erfahrungen gemacht. Im Gegenteil: „Ich habe eine Wohnung in Dorfen, da wohnt schon seit zwölf Jahren eine türkische Familie. Da gab es nie Probleme.“

„Man muss ein gutes Gefühl haben“

Wie können Vermieter also auf Nummer sicher gehen, dass sie nicht auf einen Messie-Mieter reinfallen? „Das Wichtigste ist der Lohnzettel.“ Außerdem sollten Vermieter Schufa- und Bankauskunft einholen. „Wenn die Leute ihre ganzen Unterlagen dabei haben, macht das schon mal einen guten Eindruck. Und man muss einfach ein gutes Gefühl haben.“ Das Risiko aber bleibe.

Anna Schwarz

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