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Diskussionswürdig: Der Dorfener Bauausschuss schickt den Tagwerk-Laden ins Fassadenpreis-Rennen.

Bauausschuss Dorfen

Kuriose Nominierung für Fassadenpreis

Es gibt kaum ein Thema, das in den Gremien des Dorfener Stadtrats nicht für kontroverse Diskussionen sorgt. Sogar ein Vorschlag für den Fassadenpreis des Landkreises Erding 2017 sorgte für einen kurzen Disput.

Dorfen Seit einigen Wochen wird in den diversen Bauausschüssen und Gemeinderäten beraten, welche Gebäude man für den Fassadenpreis vorschlagen soll.

Im Bereich Gewerbebauten/landwirtschaftliche Bauten kam es im Bauausschuss zu einer knappen Abstimmung über einen Vorschlag von Ulli Frank-Mayer. Die GAL-Stadträtin hatte die Fassade des Tagwerk-Ladens in Dorfen an der B 15 als preiswürdig erachtet. Die Front wurde neu mit senkrechten Latten gestaltet, die Formelemente wie das Tagwerk-Logo nachzeichnen. Frank-Mayer fand, der vorher „nicht so schöne Ort“ sei jetzt deutlich ansehnlicher geworden. Heiner Müller-Ermann (SPD) unterstützte den Vorschlag und meinte, die Fassade habe „jetzt Pfiff“. Dorfens bekannter Künstler Anton Empl habe sich bei der Gestaltung „viele Gedanken“ gemacht. Gerade in der „hässlichen Gegend“ wirke die Fassade als Bereicherung.

Kulturreferent Ludwig Rudolf (CSU) konnte sich mit der Auffassung, der Vorschlag würde irgendwie die geforderten Kriterien erfüllen, gar nicht anfreunden. Die Ausführung und der Fassadenanblick des Gebäudes mit den Reklametafeln und einer Verkaufshütte für asiatische Gerichte seien nicht preiswürdig. Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) hielt die Erfolgsaussichten für den Vorschlag als „gering“, auch hinsichtlich des Aufwands der Maßnahmen an der Fassade.

Der Bauausschluss beschloss schließlich mit 7:4 Stimmen, den Vorschlag einzureichen.

Einig waren sich die Dorfener Bauausschuss-Mitglieder dagegen darin, das generalsanierte Mesner-Haus neben der Oberdorfener Pfarrkirche im Bereich „Denkmäler“ als preiswürdig zu melden. Das denkmalgeschützte Anwesen war marode und wurde vom Eigentümer sehr aufwändig renoviert.

Der Kreisverein für Heimatschutz und Denkmalpflege im Landkreis Erding verleiht den Fassadenpreis seit 1986 für besonders gelungene Neubauten, Renovierungs- oder Umbaumaßnahmen in verschiedenen Kategorien. Die Vorschläge sollen die Voraussetzung erfüllen, „dass das Erscheinungsbild des Gebäudes, in Bezug auf Fassadengestaltung, verwendeter Baumaterialien, Qualität und Technik der Ausführung oder Farbgebung das Ortsbild in vorbildlicher Weise bewahrt, ergänzt oder bereichert“.

Hermann Weingartner

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