Isentalautobahn A 94
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Die Isentalautobahn ist von Anbeginn an in der öffentlichen Kritik - Anwohner empfinden den Lärmschutz als mangelhaft.

Isentalautobahn: Lärmschutz auf freiwilliger Basis?

A 94: CSU schreibt erneut an Söder

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Es gibt keinen Zweifel mehr: Die Anlieger der A 94 haben keinen rechtlichen Anspruch auf mehr Lärmschutz entlang der Isentalautobahn. Dennoch gibt die Landkreis-CSU nicht auf.

Dorfen – Sämtliche Mandatsträger der Landkreis-CSU haben sich nun noch einmal an Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gewandt. Sie wollen ihn dazu drängen, beim Lärmschutz entlang der A 94 auf freiwilliger Basis zu Verbesserungen zu kommen.

Im Gespräch mit unserer Zeitung verweist Landrat und CSU-Kreisvorsitzender Martin Bayerstorfer auf die A 92 München–Deggendorf, wo im nächsten Sanierungsabschnitt Flüsterasphalt aufgebracht wird. Das Problem der A 94: Sie wurde von einem privaten Baukonsortium in öffentlich-privater Partnerschaft gebaut. Die Isentalautobahn GmbH hat sich an alle Auflagen gehalten und weigert sich naturgemäß, nun nachzulegen. „Dann muss es halt auf politischem Weg erfolgen“, erklärt Bayerstorfer. Hier weise das ÖPP-Modell eine große Schwäche auf. Durchgesetzt hatte es der damalige CSU-Verkehrsminister Alexander Dobrindt.

Hoffnung auf ein Tempolimit nicht aufgegeben

Auch die Hoffnung auf ein Tempolimit hat die Erdinger CSU noch nicht aufgegeben, und wenn auch nur ein temporäres beziehungsweise verkehrsabhängiges. In dem unserer Zeitung vorliegenden Schreiben an Söder regt die CSU ein automatisiertes Verkehrsleitsystem an, das es bereits im Abschnitt München – Zamdorf – Parsdorf gibt. Es soll in den kommenden Jahren ohnehin bis Anzing verlängert werden. Warum dann nicht gleich bis in den Landkreis Erding?, fragen sich die Autoren. In den Stoßzeiten morgens und abends könnte die Geschwindigkeit gedrosselt werden – und damit auch der Lärm.

Bayerstorfer, Bundestagsabgeordneter Andreas Lenz, Landtagsabgeordnete Ulrike Scharf sowie amtierende und frühere CSU-Bürgermeister aus den Gemeinden entlang der A 94 erinnern Söder daran, dass der bei seinem Besuch am 8. Januar 2020 in Hammersdorf nicht nur ein – mittlerweile von den Gerichten einkassiertes – Tempolimit verfügt, sondern auch „besseren Lärmschutz“ versprochen habe. „Wir bitten deshalb, nochmals zu prüfen, mit welchen Maßnahmen ein verbesserter Schutz vor Lärm erreicht werden kann. Die Gesundheit der Menschen muss in den Mittelpunkt gerückt werden.“ Die Grenzwerte würden zwar eingehalten, aber nur knapp.  

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