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Volles Haus bei Hans Schreiners Wahlkampfveranstaltung im Jakobmayer-Saal in Dorfen,

Landratswahl 2020

Landratskandidat Hans Schreiner: Drei Parteien, ein gemeinsamer Nenner

Auch inhaltlich sind Freie Wähler, Grüne und SPD auf einem gemeinsamen Weg. Das wurde beim Auftritt von Hans Schreiner in Dorfen deutlich.

Dorfen – Ein Landratskandidat, drei Fraktionen – das müsste eigentlich ein Spagat für die Parteien werden. Schließlich treten Freie Wähler, Grüne und SPD bei den Wahlen im kommenden Jahr mit eigenen Programmen an. Doch so groß scheinen die Unterschiede nicht zu sein. Eine Veranstaltung am Montagabend im Jakobmayer-Saal in Dorfen zeigte einen gemeinsamen Nenner auf, der weit über die simple Zielsetzung reichte, die Landratskandidat Hans Schreiner so formulierte: „Wir wollen den Politikstil im Landkreis ändern.“

„Die Entscheidung, Hans Schreiner als gemeinsamen Landratskandidaten ins Rennen zu schicken, haben wir uns nicht einfach gemacht“, sagte die Dorfener Kreis- und Stadträtin Ursula Frank-Mayer (Grüne). „Wir haben lange diskutiert, auch mit der grünen Basis“, erklärte die 60-Jährige. Ähnlich ging es SPD und Freien Wählern: Ein langwieriger interner Prozess sei es gewesen, sagte die Dorfener SPD-Bürgermeisterkandidatin Simone Jell-Huber. Und weiter: „Ziel war es, jemanden aufzustellen, durch den sich die Wähler auch vertreten fühlen.“ Auch für die Freien Wähler sei es nicht einfach gewesen, so die 3. Bürgermeisterin Doris Minet: „Aber es hat funktioniert.“

„Besonnenes, konstruktives Arbeiten“ stellte der gemeinsame Kandidat in Aussicht. Sei es bei der ökologischen Landwirtschaft, dem Thema Krankenhaus oder dem ÖPNV: „Ich mag die Menschen und höre zu, außerdem sind mir Diskussionen wichtig, diese können durchaus heftig und kontrovers sein.“ Außerdem versprach der FW-Kreisrat und Bürgermeister von Bockhorn im Falle eines Wahlsiegs, immer die beste Lösung zu suchen: „Ich werde die Geschicke des Landkreises mit Herz und Hirn anpacken.“

Für ihn sei es wichtig gewesen, dass die anderen Parteien keine Bedingungen an seine Kandidatur gestellt hätten, sagte Schreiner. Keine Frage, er sei kein Grüner. „Ich stamme aus einem konservativen Haus“, bekannte er. Und dennoch müsse er sich bei den Themen erneuerbare Energien und Klimawandel nicht verbiegen: „Wir brauchen längst keine neutrale Klimabilanz mehr – wir müssen CO2-negativ werden“, erklärte der studierte Agrarwissenschaftler und Landwirt den Zuhörern im Jakobmayer-Saal. Das beinhalte auch, dass sich Lebensstil und -standard der Menschen im Landkreis künftig ändern werden.

Keine zwei Autos mehr, sondern der Umstieg auf den ÖPNV – das stehe längerfristig auf der Agenda. Für eine bessere Busverbindung werde sich Schreiner einsetzen: „Es kann nicht sein, dass man am Wochenende und abends nicht mit Öffentlichen von Dorfen nach Erding fahren kann.“ Die Bahnverbindung möchte er in den MVV holen.

Auch der Klimaschutz-Nachwuchs kam zu Wort. Die Dorfener Gymnasiastinnen Paula Hutner und Emma Wiegel luden zur Fridays-for-Future-Demo ein, die an diesem Freitag auch in Dorfen stattfindet. Klimaschutz sei ihnen auch im Interesse künftiger Generationen wichtig. „Wir möchten nicht mehr so weitermachen – auch in Dorfen muss was passieren. Es ist allerhöchste Zeit“, sagte Emma Wiegel.

Schreiner stellte sich im Jakobmayer auch den Fragen der Bürger. Für Unmut in Dorfen sorgt nach wie vor die Lärmbelästigung durch die A 94, ebenso der geplante Ausbau der Bahnstrecke 38. Auch der Zuzug aus dem Speckgürtel Münchens ärgerte. Davon sei Dorfen schon alleine wegen der Infrastruktur, A 94 und der Bahnanbindung prädestiniert: „Doch dieser macht den Standort auch für die Industrie interessant“, so Schreiner.

Michaele Heske

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