Schnelles Internet

Lange Leitung auf das Land

Unterversorgte Gemeindeteile in Dorfen sollen schnelle Internetzugänge bekommen. Bis zu 8,6 Millionen Euro soll das kosten.

Von Hermann Weingartner

Dorfen – Die Stadtwerke Dorfen haben bereits Stadtquartiere und mehrere Ortsbereiche eigenwirtschaftlich mit Glasfaser erschlossen. Ein flächendeckendes Breitbandnetz zu errichten, ist aber kein einfaches Projekt, denn die Stadt Dorfen ist mit rund 100 Quadratkilometer eine der größten Flächengemeinden in Bayern. Über das Breitbandförderprogramm des Bundes und einer Kofinanzierung des Freistaats wird das Vorhaben finanziell für die Stadt tragbar.

Laut Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) ist bereits eine Fördersumme von knapp 4,1 Millionen Euro zugesagt. Damit könnten nun alle unterversorgten und nicht erschlossenen Gemeindebereiche, sogenannte weiße Flecken, schnelles Internet durch Glasfaser bis an die Grundstücksgrenze bekommen. Der Hausanschluss ist dann Privatsache.

Dorfen weise in den Außenbereichen eine massive Unterversorgung mit Breitbanddiensten auf, berichtete Josef Ledermann im Stadtrat. Das gleichnamige Ingenieurbüro aus Freising ist mit der Verfahrensabwicklung „Breitbanderschließung“ von der Eruierung der Fördermöglichkeiten bis zur Planung der Leistungen und den Ausschreibungen beauftragt. In den sogenannten weißen Flecken gebe es rund 1000 Grundstücke ohne zeitgemäßen Internetanschluss, sagte Ledermann. Das seien etwa 1200 potenzielle Kunden. Um die zu erreichen, müssen etwa 185 Kilometer Leitungen verlegt werden. Der Bund fordert in seiner Förderrichtlinie Anschlüsse mit wenigstens 50 MBit/Sekunde, so Ledermann.

Die Gesamtkosten für den Ausbau schätzt Ledermann auf 8,6 Millionen Euro. Bei der Förderung durch den Bund mit rund 4,1 Millionen Euro und einer Kofinanzierung über das bayerische Förderprogramm von 950 000 Euro bleibt eine Finanzierungslücke von rund 3,5 Millionen Euro, die die Stadt durch Eigenmittel decken muss. Ledermann rechnet mit Pachteinnahmen aus der Netzvermietung über eine vorgeschriebene Laufzeit (Zweckbindungsfrist) von sieben Jahren mit rund 435 500 Euro Netzentgelte. Die Summe lasse sich mit 50 Prozent Anschlussquote erreichen. Am Ende blieben bei der Stadt damit rund 3,1 Millionen Euro Kosten für das Netzprojekt.

Das zu errichtende Glasfasernetz bleibt im Eigentum der Stadt Dorfen, betonte Ledermann. Nutzung und Betrieb des Netzes sind durch einen privatwirtschaftlichen Betreiber öffentlicher Telekommunikationsnetze sicherzustellen, der das Glasfasernetz gegen Miete von der Stadt pachtet. Das können auch die eigenen Stadtwerke sein, sofern diese die zwingend notwendige Ausschreibung dafür als günstiger Bieter gewinne.

Die Ausschreibung soll jetzt als Erstes erfolgen, dann werden die Bauleistungen für das Netz per Ausschreibung vergeben. Ledermann rechnet ab 2017/18 mit Beginn der Bauphase. Einstimmig beschloss der Stadt die Freigabe das Gesamtprojekt umzusetzen.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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