(BE)MERKENSWERTES DER WOCHE

Langsam dämmert’s

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Die Stadt Dorfen und die Gemeinde Taufkirchen müssen per Verordnung der Staatsregierung eine gemeinsames Mittelzentrum bilden. Damit befasst sich Redakteur Anton Renner in seinem Wochenkommentar.

So ist das nun mal im Leben: Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Jetzt ist also die Stadt Dorfen zwangsweise mit der Gemeinde Taufkirchen verbandelt. „Gemeinsames Mittelzentrum“ schimpft sich das Konstrukt, das die bayerische Staatsregierung quasi als diktatorischer Schmuser über die Orte an Isen und Vils gestülpt hat. Monatelang hat sich Dorfen gegen die Zwangsheirat aufgeplustert wie ein stolzer Pfau und den CSU-Oberen in der Münchner Regierungszentrale unmissverständlich bedeutet: Mit uns nicht. Nur das Interessierte in München niemand. Der Ober sticht halt nun mal den Unter. Und wegen des A 94-Widerstandes hat Dorfen auch sicher nicht nur Freunde in der Staatskanzlei. Da hat es auch nichts geholfen, dass Stadtchef Heinz Grundner selbst einer von der Partei ist, die nach eigener Überzeugung unser Bayernland so schön gemacht hat. Grundners Beziehungen in den CSU-Machtzirkel sind eben überschaubar. Bessere hat da schon der Taufkirchener Bürgermeister und Parteifreund Franz Hofstetter. Er hat sich als Bezirksrat Meriten verdient, ist parteiintern als Macher geschätzt. Taufkirchen hat schon viele Jahre überparteiliche Vorzeige-Gremien wie Seniorenbeirat, Columbus Achter und Bürgerwerkstätten. Alles Dinge, von denen in Dorfen bisher noch geträumt wird – und das auch nur von Grünen und SPD.

Um beim Bild der Zwangsheirat zu bleiben: Taufkirchen wird alleine schon wegen des innovativen und treibenden Gemeindechefs Hofstetter in dieser kommunalen Ehe die Hosen anhaben. Josef Wagenlechner von den Landlisten dämmert’s darum auch schon: In Dorfen muss man aufhören, „alles tot zu diskutieren“, so sein Appell im Stadtrat. Denn ansonsten passiert folgendes: Dorfen palavert, Taufkirchen macht. Das hat es schon einmal so ähnlich gegeben – am Ende wurde daraus die VR-Bank Taufkirchen-Dorfen. Dämmert’s?

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