Timo Aichele, stellv. Redaktionsleiter
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Timo Aichele, stellv. Redaktionsleiter

(BE)MERKENSWERTES DER WOCHE

Laut werden für etwas Ruhe: Mit einem Kuschelkurs werden die A94-Anwohner nichts erreichen

  • vonTimo Aichele
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A 94, B 15 und Bahnausbau: Diese Projekte bedrohen Ruhe und Frieden der Menschen im östlichen Landkreis Erding. Wer etwas dagegen ausrichten will, kann nicht darauf hoffen, das nur im Konsens mit regierenden Politikern zu erreichen. Unser Kommentar.

Es bleibt laut, es bleibt mühsam. Die Autobahn ist seit einem Jahr unüberhörbarer Alltag im Isental. Die Menschen, die seit Jahrzehnten den Bau der A 94 genau hier, im einstigen Idyll, verhindern wollten, können sich immer noch nicht zurücklehnen. Immer noch müssen sie die Verantwortlichen an Versprechungen erinnern – in einem Wort: an Lärmschutz.

Das Bittere ist, dass die Region zur gleichen Zeit bei weiteren verkehrspolitischen Mega-Themen davon abhängig ist, ob die Entscheider in München und/oder Berlin den Daumen heben oder senken: 1. bei der genauen Wahl der Schienentrasse im Stadtgebiet Dorfen im Zuge des Bahnausbaus, 2. bei der drohenden Verlagerung von noch mehr Straßenverkehr auf die B 15 – wenn diese nicht weiter östlich neu errichtet, sondern entlang der überlasteten Achse Landshut–Taufkirchen–Dorfen weiter ausgebaut wird.

Schon wieder stellen sich manche die Frage: Wie viel Konfrontation verträgt die hohe Politik? Wie viel Konsens ist nötig, um Mandatsträger und Minister für die eigenen Ziele zu gewinnen?

Das hängt vom Thema ab. Im weit fortgeschrittenen Planungsstadium des Bahnausbaus ist fachliches Argumentieren die einzige verbleibende Hoffnung. Bei beiden Straßenlärm-Baustellen ist dagegen nur eines richtig: Kämpfen! Leiser Protest wird gerne überhört und am Ende sogar zu stillem Einverständnis umgedeutet.

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