Nicht persönlich, aber immerhin über den Bildschirm lesen, proben und diskutieren die Laiendarsteller der Kunstfalle regelmäßig miteinander.
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Nicht persönlich, aber immerhin über den Bildschirm lesen, proben und diskutieren die Laiendarsteller der Kunstfalle regelmäßig miteinander.

Kunstfalle Dorfen

Lebendige Lesung: So probt die Kunstfalle Dorfen per Video-Chat

  • Uta Künkler
    vonUta Künkler
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Die Theaterspieler der Kunstfalle Dorfen tasten sich per Video-Chat an neue Stücke heran. Eine Aufführung ist im November geplant.

Dorfen – Die Dorfener Kunstfalle trotzt der Coronakrise. Kontaktverbot hin oder her – die Mitglieder des Theatervereins treffen sich trotzdem regelmäßig. Und zwar online. Aus der Not haben die Mimen eine Tugend gemacht und lesen alle 14 Tage gemeinsam ein Theaterstück – am Bildschirm.

„Nach der zwangsläufigen pandemiebedingten Absage der Saison 2020 haben wir nach einer Lösung gesucht, um Theater und unser Vereinsleben trotz aller Einschränkungen weiterhin lebendig zu halten“, sagt Vorsitzender Gerhard Adams. Es war Spielleiter Markus Hübner gewesen, der vor vielen Monaten die zündende Idee hatte. Er sagte damals zu den Aktiven: „Wir haben einen großen Pool an reizvollen Werken auf unserer To-Do-Liste, lasst uns die Stücke per Zoom lesen und so auf uns einwirken!“

Gesagt, getan: Zweimal im Monat werden nun die entsprechenden Rollen verteilt und dann gemeinsam gelesen. Reines Lesen wäre den Hobbyschauspielern aber zu langweilig. „Wir machen das Online-Treffen bewusst als belebte Leseprobe“, erklärt Hübner weiter. Erst dabei wird das Stück so richtig greifbar. „Das Potenzial des Stückes muss zu unserer Gruppe passen“, erklärt Adams. Die Mitwirkenden erarbeiten sich ihre Rollen im Vorhinein selbstständig. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Im Anschluss gibt jeder Teilnehmer seine Beurteilung des Stücks in Form einer Note geheim ab. Und dann wird lebhaft miteinander diskutiert. So manche Stücke haben sich in der belebten Leseprobe gut hervorgehoben, andere sind durchgefallen.

Für die Zukunft ist die Kunstfalle in jedem Fall gut gewappnet. Bei einigen Stücken juckt es die Dorfener Mimen, die Texte auf die Bühne zu bringen und eine Inszenierung einzustudieren. Die Akteure hoffen, bald wieder gemeinsam schauspielen zu dürfen – und zwar leibhaftig.

„Theater ist Emotion und wir vermissen gerade in dieser Zeit die gemeinsamen Proben und unser Publikum“, sagt Adams. Er hofft, dass die Kunstfalle im November die für 2020 geplante Inszenierung „Unsere kleine Stadt“ von Thornton Wilder nachholen kann.  

Aufführung im Jakobmayer

Termine für „Unsere kleine Stadt“ im Jakobmayer Dorfen sind am Freitag, 5., Samstag, 6., und Sonntag, 21. November.

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