Explosion? Nordkorea erneut von Erdstößen erschüttert 

Explosion? Nordkorea erneut von Erdstößen erschüttert 
+
Der Sitzungssaal: Jahrzehntelang tagte dort der Stadtrat. Die Tapeten wurden von den Wänden gerissen, darunter kamen Farbanstriche von früher zum Vorschein.

Abbruchbilder

Letzter Blick in die Seele des Rathauses

  • schließen

Sezierte Architektur: Nur noch das Gerippe des Dorfener Rathauses steht. Bis Mitte der Woche soll das Haus endgültig dem Erdboden gleichgemacht sein. Judith Gilbert hat die letzten Tage des alten Dorfener „Regierungsgebäudes“ fotografisch dokumentiert.

Dorfen – Die Büromöbel sind längst abtransportiert, die Fenster aus dem Mauerwerk gebrochen. Wo früher Fußböden verlegt waren, sind nur noch alte, schwere Holzbalken zu sehen. Die Tapeten sind von den Wänden gerissen, so, als ob ein Tier gehäutet worden wäre. Das ehemalige Dorfener Rathaus liegt in den letzten Zügen. Seit Wochen arbeitet eine Spezialfirma am Abbruch des Gebäudes. Mitte der Woche fallen auch die letzten Mauern und die zum Rathausplatz hin ausgerichtete Fassade. Dann ist das Dorfener Rathaus Geschichte.

Die in New York geborene und in Dorfen lebende Fotografin Judith Gilbert hat die letzten Tage des altehrwürdigen Dorfener Rathauses fotografisch festgehalten. Sie war in dem völlig entkernten Gebäude und hat dort Bilder gemacht, die trotz des Chaos’ eine ganz eigene Ästhetik haben. Das stark vom Stahlmaul des Abbruchbaggers angeknabberte Gebäude scheint noch einmal zeigen zu wollen, wie lebendig es war, das Haus der Bürger, als darin noch die Rathausverwaltung untergebracht war.

Judith Gilbert.

Gilbert hatte nicht viel Zeit, die Bilder zu machen. Die Arbeiter drängten, sie wollten schnell mit dem Abbruch weitermachen. Verlassene Gebäude und Häuser haben für die 54-Jährige etwas Poetisches an sich. Es sei gerade so, als lebten dort Geister, sagt sie. Und: „Eingerissene Mauern machen den Blick frei in die Seele des Gebäudes.“ Verlassene, zum Abbruch stehende Gebäude seien ein Symbol für etwas Vergangenes, eine Zeitdokumentation.

Die Dorfener haben den Rathausabbruch übrigens sang- und klanglos hingenommen. Außer einem Leserbrief in den Lokalzeitungen gibt es „kein Feedback“, sagt Bürgermeister Heinz Grundner. Für ihn ist das auch nicht überraschend. Seit 20 Jahren sei bekannt, dass das Rathaus zu klein sei. Die Notwendigkeit eines Neubaus sei bei den Leuten „schon lange relativ klar“.

Wenn das Rathaus völlig abgerissen, der Bauschutt abtransportiert ist, dann beginnt ein neues Kapitel in Dorfen. Dann heißt es, den Bau, die „Geburt“ des neuen Rathauses zu verfolgen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Rettungsdienste arbeiten gut zusammen
Im Notfall sind die Retter schnell zur Stelle. Eine Großübung am Betreuungzentrum St. Wolfgang zeigt das gute Zusammenspiel der Feuerwehren und Rettungsdienste.
Rettungsdienste arbeiten gut zusammen
Ersthelfer auf Wiesn niedergeprügelt
Menschen zu retten, ist Wolfgang Bambergs Berufung. Der 49-Jährige ist Vorsitzender der Feuerwehr Altenerding. Jetzt wurde er selbst Opfer. Ein Unbekannter schlug den …
Ersthelfer auf Wiesn niedergeprügelt
Frauenhaus: Viele Fragen offen
Der Streit ums Frauenhaus dominiert die Kreispolitik. Am Montag finden die entscheidenden Sitzungen statt. Jetzt schlägt die Stunde der demokratisch-parlamentarischen …
Frauenhaus: Viele Fragen offen
Stadtpark: Sanierung beginnt
Schweres Gerät in Erdings grüner Lunge: Diese Woche haben die Arbeiten für den zweiten Sanierungsabschnitt des Erdinger Stadtparks begonnen
Stadtpark: Sanierung beginnt

Kommentare