Flammender Protest: Am Mahnfeuer gegen den A 94-Lärm machten die Teilnehmer klar: Der Ministerpräsident soll sein Wort halten und den Lärmschutz verbessern.
+
Flammender Protest: Am Mahnfeuer gegen den A 94-Lärm machten die Teilnehmer klar: Der Ministerpräsident soll sein Wort halten und den Lärmschutz verbessern.

Mahnfeuer

A94: Lärmgeplagte fordern „Wort halten, Herr Söder!“

  • vonCIF.H. Weingartner
    schließen

Einst stand hier der berühmte Dorfener Schwammerl, am Montagabend brannte in Eck bei Dorfen ein Mahnfeuer. Betroffene forderten damit besseren Lärmschutz an der A 94.

Dorfen – Seit einem Jahr rollt der Verkehr zwischen Pastetten und Heldenstein auf der A 94 durchs Isental. Rund 50 Besucher trafen sich daher am Mittwochabend zu einem riesigen Mahnfeuer am ehemaligen Schwammerl-Standort bei Eck gleich neben der Autobahn. Damit sollte ein Zeichen gesetzt werden, dass der Protest weitergeht – bis weitere Lärmschutzmaßnahmen kommen.

Die Kernbotschaft war auf einem Banner groß zu lesen: „Wort halten, Herr Söder!“ Bayerns Ministerpräsident hatte aufgrund der massiven Lärmbeschwerden im Januar eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 120 km/h verkündet. Das Tempolimit hielt einer rechtlichen Überprüfung aber nicht stand und wurde kürzlich aufgehoben. Beim gleichen Termin in Hammersdorf (Gemeinde Buch am Buchrain) hatte Markus Söder gesagt: „Das Mindeste, was man tun kann, ist, den Bürgern ein Angebot zu machen, ihre Lebensgrundlage zu verbessern“.

„Wir werden die Verantwortlichen nicht entlassen. Resignation war bei uns noch nie Thema – und jetzt erst recht nicht“, erklärte der Kopf des A 94-Widerstands, Heiner Müller-Ermann, am Mittwochabend. Von Rechtsbrüchen und Sauerei sprach der Dorfener SPD-Stadtrat in Bezug auf den Bau des am 1. Oktober 2019 eröffneten Autobahnabschnitts. Im Bundesimmissionsschutzgesetz stehe, dass beim Straßenbau schädlicher Lärm zu vermeiden sei und nach dem Stand der Technik gebaut werden müsse. „Dieser Fahrbahnbelag kann nicht das Beste sein, was auf dem Markt ist“, kritisierte Müller-Ermann. Das gelte auch für den Lärmschutz auf Brücken. Wir werden die Politiker „aus ihren Versprechungen nicht entlassen“, dass sie alles dafür tun würden, dass die Lärmsituation für die Betroffenen besser wird – sowohl hinsichtlich des Fahrbahnbelags als auch der Lärmschutzwände.

Die Heimatzeitung sprach mit Besuchern der Protestaktion. Von Resignation war nichts zu spüren – im Gegenteil. Man werde weiter die Einhaltung von Versprechen zahlreicher Politiker vor der Kommunalwahl im März einfordern. Gleichzeitig wurde eine Klage laut: „Lärmschutz interessiert doch jetzt keinen mehr. Das war doch bloß, weil Wahlen waren.“

Die Freundls in Lappach sind stark betroffen. „Es hat sich nix geändert seit der Eröffnung. Es ist so bescheiden, wie noch vor einem Jahr“, sagte Isolde Freundl. Dabei sei noch nicht einmal der prognostizierte Verkehr erreicht.

„Es muss noch was kommen“, forderte auch Stadtrat Martin Heilmeier (LDW). „Und sie werden auch nachbessern, weil es solange keine Ruhe gibt. Man merkt täglich, was für einen schlechter Fahrbahnbelag das ist, so etwas gibt’s nirgends in Deutschland.“ Viel Lärm komme außerdem von den Brücken, wo nur Spritz- und kein Lärmschutz angebracht worden sei.

St. Wolfgangs Bürgermeister Ullrich Gaigl äußerte sich skeptisch über die Möglichkeit, mehr Lärmschutz zu bekommen: „Wenn man die Vorgaben der jüngsten Lärmmessergebnisse kennt, dann wird’s wohl schwierig. Ich setze weiter auf ein Tempolimit für Pkw und Lkw“.

Auch interessant

Kommentare