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Ein Prosit auf 65 Ehejahre (v.l.): Sohn Georg und Schwiegertochter Edith, Enkel Thomas, Urenkelin Ronja, Jubilare Klara und Josef Angermaier, Vizebürgermeister Günther Drobilitsch (hinten), Landrat Martin Bayerstorfer, Tochter Klara Angermaier und Schwiegersohn Siegfried Fischer . 

Eiserne Hochzeit Angermaier

Liebe und Zusammenhalt seit 65 Jahren

Gemeinsam durch ein langes Leben gehen, das erleben nicht viele Paare. Klara und Josef Angermaier ist dieses seltene Glück vergönnt. Die fitten Eheleute aus Esterndorf haben gestern Eiserne Hochzeit gefeiert.

Esterndorf – Seit 65 Jahren sind sie verheiratet und halten fest zusammen – in Freud und Leid. „Respekt“, meinte Landrat Martin Bayerstorfer beim Gratulationsbesuch zu dem „ganz außergewöhnlichen Jubiläum“. Er überbrachte auch Glückwünsche von Ministerpräsident Markus Söder. „Aber was ganz B’sonderes“ ist für die Angermaiers, dass zu ihrem Ehejubiläum sogar Bundespräsident Walter Steinmeier ein Glückwunschschreiben gesandt hat. „Gottes Segen“ wünschte Pfarrer Janusz Gadek beim Besuch. Er hatte Glückwünsche vom Oberhirten der Diözese, Kardinal Reinhard Marx, dabei. Vizebürgermeister Günther Drobilitsch übermittelte die besten Wünsche der Stadt.

Klara Angermaier, eine gebürtige Fertl, ist beim Mühlbauern-Hof in Oberdorfen daheim. Sie ist mit vier Geschwistern aufgewachsen. Sie hat immer mit angepackt und machte eine Haushaltsschule. Die Kochkunst der 87-Jährigen schätzen nicht nur ihr Mann, sondern die ganze Familie.

Josef Angermaier ist mit sechs Geschwistern auf dem Anwesen der Eltern groß geworden. Sie betrieben in Esterndorf eine Müllerei, Saglerei und Landwirtschaft. Eigentlich wollte der Jubilar Schreiner werden, aber es kam anders. Der einzige Bruder fiel 1941 im Krieg. Der Familienrat habe dann beschlossen: „Der Seppi soll mal den Betrieb übernehmen.“ So lernte der heute lebenslustige 90-Jährige statt Schreiner das Müller- und Sagler-Handwerk und machte eine Landwirtschaftsausbildung. Bei einer Brückeneinweihung 1949 in Oberdorfen kam das Paar zusammen. Beim Tanz, „do hab i was g’spürt“, erinnerte sich der Jubilar. 1953 wurde geheiratet. Damals hat er auch den Hof übernommen.

Zusammen haben sie vier Kinder großgezogen und freuen sich heute über fünf Enkel und eine Urenkelin. Das kleine Wasserkraftwerk läuft bis heute, die kleine Müllerei und Saglerei sowie die Landwirtschaft sind längst aufgeben. 2013 übergaben sie an ihren Sohn Georg. „Da san mia froh, dass es weitergeht.“ Inzwischen ist aus der Landwirtschaft der Müller-Pferdehof geworden.

Zum alten Eisen gehören die Angermaiers längst noch nicht. Erst vor ein paar Jahren ist der Jubilar zum Computer-Fan geworden. Mit dem PC macht er Homebanking und spielt abends gerne mal eine Runde Schafkopf.  Hermann Weingartner

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