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Bei einem Workshop haben die Mitglieder der Flüchtlingshilfe Dorfen überlegt, wie sie Asylbewerber unterstützen können.

Lindum

Flüchtlingsunterkunft: Junge Männer und Familien – da kracht’s

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Die Flüchtlingsunterkunft in Lindum wurde von Anfang an kontrovers diskutiert. Nun kritisiert die Flüchtlingshilfe, dass dort sowohl alleinstehende Männer als auch Familien untergebracht sind . Das passe einfach nicht zusammen.

Dorfen – Nicht nur viele Asylbewerber sind frustriert, sondern auch einige der 140 Ehrenamtlichen bei der Flüchtlingshilfe Dorfen. Grund dafür sei das Arbeitsverbot für viele Flüchtlinge im Landkreis, sagt die Vorsitzende der Flüchtlingshilfe und SPD-Politikerin Michaela Meister (51). Ein weiteres Problem ist die Asylunterkunft in Lindum.

Vor rund zwei Jahren wurde aus der Ausflugsgaststätte Stiller eine Unterkunft unter Trägerschaft der Regierung von Oberbayern. Derzeit seien dort rund 60 Personen untergebracht, sagt Meister – Platz wäre für rund 110 Flüchtlinge. Unfrieden gebe es auch in der halbvollen Unterkunft, denn: „Anfangs war es nur eine Unterkunft für Familien und alleinerziehende Frauen“, sagt Meister. Im Dezember vergangenen Jahres wurden dann auch einige junge Männer dort einquartiert: „Das ist schon schwierig.“

Meister und ihre Mitstreiter hätten sich gewünscht, dass Lindum eine Familienunterkunft geblieben wäre. Ihr Argument: Familien und alleinstehende Männer zwischen 20 und 25 Jahren hätten ganz unterschiedliche Interessen. „Die einen wollen laute Musik hören, während die Kinder schlafen müssen“, beschreibt sie. Das Arbeitsverbot verschärfe die Probleme.

Denn Kinder aus der Unterkunft haben meist einen strengen Tagesablauf, gehen in den Kindergarten oder in die Schule. „Und die jungen Männer haben nichts zu tun, weil sie nicht arbeiten dürfen.“ Das sei frustrierend – sowohl für die Asylbewerber als auch für ihre Helfer, denn: „Die Flüchtlinge werden depressiv, wenn sie nicht arbeiten dürfen, und die Helfer sind demotiviert, weil sie ihnen das Arbeitsverbot immer wieder erklären müssen.“ Ein Teufelskreis. Die Helfer bei der Stange zu halten, sei da eine Herausforderung.

Deshalb müsse die Politik eine Lösung für das Arbeitsverbot finden. Die SPD-Stadt- und Kreisrätin plädiert dafür, die Gesetzeslage zu ändern – vor allem für Asylbewerber, die aus wirtschaftlichen Gründen aus ihrer Heimat fliehen: „Wir sollten über ein Einwanderungsgesetz nachdenken.“ Vor allem gegenüber afrikanischen Ländern habe Deutschland eine gewisse Verantwortung, sagt sie. Denn Deutschland exportiere Billig-Hähnchen nach Afrika. Die Krux dabei: „Die können ja gar nicht mit unserem Geflügel konkurrieren und wir wundern uns, dass Menschen zu uns kommen.“

Viele der Menschen, die in den Landkreis flüchten, werden wieder abgeschoben – eine weitere Herausforderung für die Helfer, sagt Meister. Trotzdem sehe sie das Thema Abschiebung von zwei Seiten: „Wenn sich jemand schon eingelebt hat, ist es besonders schwierig.“ Andererseits: „Wenn die Leute hier etwas gelernt haben, können sie das ja auch im eigenen Land anwenden.“ Problematisch sei eine Abschiebung auch für die Mitglieder der Flüchtlingshilfe: „Sie haben oft eine starke Bindung zu den Menschen und machen ihre Arbeit mit Herzblut.“

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