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Wer online nicht sichtbar ist, dem entgehen Einnahmen: Davor warnte City-Manager Markus Jocher (l.) in seinem Vortrag beim Förderkreis Dorfen.

Förderkreis Dorfen

Lokaler Handel will mehr aufs Internet setzen

Der Online-Handel bereitet dem lokalen Handel zunehmend Probleme. Auf die Herausforderung der Digitalisierung wollen der Förderkreis und die Stadt Dorfen Lösungen finden.

Dorfen Mit einer lebendigen, attraktiven Innenstadt und einer Art Dorfen-Internet-Plattform wollen Stadt und Förderkreis gemeinsam auf die Konkurrenz Internet-Handel reagieren. In der Förderkreis-Versammlung stellte Markus Jocher von der Cima Beratung und Management GmbH dazu kurz einige Punkte vor.

Der City-Manager berät die Stadtführung, den Stadtrat und den Gewerbeverein. Dorfen ist bereits im Städtebauförderprogramm „Leben findet InnenStadt“, das Projekte zu strukturellen Verbesserungen in Innenstädten bezuschusst, erläuterte Jocher. Das Programm setzt auf öffentlich-private Kooperation in den Ortzentren. Ein wichtiges Förderinstrumentarium sei der „Projektfonds“, der Eigeninitiative und private Stadtortverantwortung stärken soll.

Der Förderkreis habe bereits über 10 000 Euro in den Fonds eingezahlt, sagte Förderkreisvorsitzender Stefan Tremmel. Jeder privat oder von Vereinen eingezahlte Euro wird von der öffentlichen Hand verdoppelt. Die Stadt übernimmt davon 40 und der Freistaat 60 Prozent. Mit Mitteln aus dem Projektfonds seien bereits einige Projekte in der Stadt umgesetzt und gefördert worden, erklärte der City-Manager. Wichtig sei, dass „alle hinter den Maßnahmen stehen“.

Der Stadtrat unterstützt die Förderung der Innenstadt mit einem bereits beschlossenen Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK). Durch verschiedene Projekte daraus soll die Attraktivität des Stadtzentrums gestärkt werden. Unabhängig davon würden Online-Handel und -Dienste weiter zunehmen, betonte Jocher. Dieser Entwicklung könne sich der lokale Handel nicht entziehen und müsse reagieren. Der Einkauf oder ein Essen im Lokal werde heute vorab zumeist schon online geplant, daher müssten Händler, Geschäfte oder Gastronomie „sichtbar sein im Netz“. Wer im Internet nicht präsent sei, habe das Nachsehen.

Hier will Jocher in Dorfen ansetzen und das Gewerbe unterstützen. Geplant sind Workshops, Vorträge, Online-Checks und das Angebot, Homepages zu optimieren. Letzteres sei schon mit einfachen Werkzeugen möglich, die im Netz kostenlos zur Verfügung stehen. Denkbar sei auch eine Online-Plattform der Stadt, die dem Gewerbe als Portal dient. Im einfachsten Fall sei das „ein Gewerbeverzeichnis neuerer Art“. Das lasse sich natürlich auch vertiefen bis zu einer Struktur ähnlich der großen Internet-Anbieter.

Viele Maßnahmen sind förderfähig über den Projektfonds, sagte Tremmel. Gerade die Online-Präsenz des Gewerbes in Dorfen müsste da weiter deutlich verbessert werden, weil das die Attraktivität Dorfens als Einkaufstadt stärken würde. Daneben überlege der Förderkreis die Anschaffung einer Bühnenüberdachung. Diese wäre für so manche Förderkreis-Aktion von Vorteil, etwa bei den Events zur Unterstützung der Märkte bei den verkaufsoffenen Sonntagen. 2018 werde es erstmals einen Ostermarkt zusätzlich neu in der Stadt geben. Als Partner habe man die Erdinger Sinnflut GmbH gewinnen können. Weiter sollen aus dem Projektfonds Vorhaben, wie die Innenstadtmöblierung an den Hauptplätzen, E-Ladestationen oder „Kunst mit Kindern“ umgesetzt werden.

Angeregt hatte Tremmel zudem die Erhöhung der Jahresmitgliedsbeiträge. Beschlossen wurde eine leichte Anhebung von 20 auf 24 Euro bei Privaten, von 100 auf 120 Euro bei normalem Gewerbe und von 200 auf 240 Euro bei großen Unternehmen.

Hermann Weingartner

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