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Lücke zur B 15 wird geschlossen - aber bitte zweispurig

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Von: Timo Aichele

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Zweispurig wird die Umfahrung an die bestehende B 15 angebunden (ganz unten). Bis zur B 299 führt die Straße aber vierspurig. Von dieser Bundesstraße soll dann eine B 15neu abzweigen – freilich im Kreis Mühldorf, fordern Erdinger Politiker. Grafik: Staatliches Bauamt Landshut
Zweispurig wird die Umfahrung an die bestehende B 15 angebunden (ganz unten). Bis zur B 299 führt die Straße aber vierspurig. Von dieser Bundesstraße soll dann eine B 15neu abzweigen – freilich im Kreis Mühldorf, fordern Erdinger Politiker. © Staatliches Bauamt Landshut

Die B15 neu nimmt Konturen an. Nun gibt es eine Entscheidung über die Führung der Ost-Süd-Umfahrung von Landshut. Ist diese Planung eine Vorentscheidung gegen die B15neu im Kreis Mühldorf? Landrat Martin Bayerstorfer beruhigt.

Dorfen – Die B 15neu ist zwischen Regensburg und Landshut eine vierspurige Straße, quasi eine Autobahn. Noch geht es an der niederbayerischen Landeshauptstadt nicht weiter. Eine Hürde ist die Querung der naturgeschützten Isarhangleite mit einer Talbrücke, die Umweltprüfungen laufen dort. Für die Ost-Süd-Umfahrung von Landshut wurde nun aber eine Linienführung festgelegt. Das Bundesverkehrsministerium hat sich hier für die Variante 1c entschieden. Bürger im Landkreis Erding fragen sich nun: Ist das eine Vorentscheidung, die noch mehr Verkehr nach Dorfen und Taufkirchen bringt?

Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) beruhigt auf Nachfrage unserer Zeitung: „Die Bedingungen, wie wir sie 2015 verhandelt haben, werden eingehalten.“ Die alte B 15 anzubinden, sei notwendig. „Der entscheidende Punkt ist aber: Dieser Anschluss bei Münchsdorf im Kreis Landshut muss zweispurig bleiben“, erklärt Bayerstorfer. Das entspricht auch den Planungen, die das Staatliche Bauamt Landshut im Dialogforum Ost-Süd-Umfahrung Landshut bekannt gegeben hat, ein Gremium mit Politikern und Interessenvertretern aus diesem Bereich.

Die Behörde plant von Norden her. Das erste, nur einen Kilometer kurze Teilstück ist bereits im Planfeststellungsverfahren. Für den Rest der Strecke laufen Voruntersuchungen: die vierspurige Ostumfahrung bis zur B 299 und dann die zweispurige Südumfahrung bis zur alten B 15. Doch dort gibt es erheblichen Widerstand aus Altfraunhofen (Kreis Landshut).

Wichtig aus Erdinger Sicht ist laut Bayerstorfer der Anschluss an die B 299 westlich von Geisenhausen. Etwa ab Vilsbiburg sei die B 15neu Richtung Süden notwendig, in dieser Festlegung auf die raumgeordnete Trasse seien sich die Kreise Erding und Landshut einig. Nur im Landkreis Mühldorf, durch den diese Autobahn führen würde, ist man dagegen.

Landtagsabgeordneter Marcel Huber (CSU) hatte erklärt, dass solche großen Straßenneubauten in der heutigen Zeit nicht mehr so leicht durchführbar seien.

Sie wolle nicht so weit gehen, dass das reine St.-Florianspolitik sei, erklärt MdL Ulrike Scharf zur Argumentation ihres Fraktionskollegen. Man müsse mit solch großen Projekten sicherlich anders umgehen als noch vor 20 Jahren. „Aber Verkehrswege sind Lebensadern“, sagt die Politikerin aus Maria Thalheim. Die B 15neu auf der raumgeordneten Trasse sei daher dringend notwendig.

In dieser Zielsetzung ist sich Scharf mit Bayerstorfer und dem CSU-Bundestagsabgeordneten Andreas Lenz einig. „Der Landkreis Erding hat schon genügend Infrastrukturlasten zu tragen“, erklärt dieser. Damit spricht er den Bürgern entlang der alten B 15 aus der Seele. Schon jetzt sind die Ortsdurchfahrten von Dorfen und Taufkirchen stark belastet, mit noch mehr Verkehr, der auf vier Spuren von Norden heran- und dann Richtung Rosenheim und noch weiterrollt, droht dort der Kollaps.

Nach der Sitzung des Dialogforums sei er bereits von Bürgern mit dieser Sorge konfrontiert worden, erzählt Bayerstorfer. „Ich gehe davon aus, dass wir beim nächsten Dialogforum dabei sind“, sagt er. Damit kann aber nur ein Nachfolger des aktuellen Gremiums gemeint sein. Denn das „Dialogforum Ost-Süd-Umfahrung“ Landshut befasst sich ausschließlich mit diesem Teilstück.

Alle drei CSU-Politiker sehen aktuell keine neue Entwicklung, die ein sofortiges Eingreifen notwendig macht. Der Anschluss an die B 299 und die lediglich zweispurige Fortführung ermögliche sehr wohl die B 15neu außerhalb des Landkreises. „Man wird aber wieder das Gespräch suchen müssen – auch mit den Planern vom Straßenbauamt“, erklärt Scharf. Der Dialog sei wegen der Corona-Pandemie schwieriger gewesen. Und sie werde gleich mal schauen, ob sie den Mühldorfer Kollegen Huber im Landtag trifft, versprach Scharf lachend, kurz bevor sie am Montagvormittag nach München ins Parlament fuhr.

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