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Vielen Dank: Dekanatsratsvorsitzende Irmgard Schoder überreichte Referent Wolfgang Schwab ein wohlschmeckendes Geschenk.

Katholikenrat Dekanat Dorfen

„Luther wollte die Kirche nicht spalten“

Ganz im Zeichen der Ökumene stand die Frühjahrsversammlung des Katholikenrates des Dekanats Dorfen.

Dorfen – Vor dem Hintergrund des Luther-Reformations-Jubiläums – 500 Jahre Thesenanschlag zu Wittenberg – war es gelungen Wolfgang Schwab für ein Referat zum Thema „Ökumene, was geht das uns an?“ zu gewinnen.

Der Katholische Kirchenmann im Ruhestand hat zum Thema „Luther und die Reformation“ promoviert und vermittelte auf Grund eingehender Recherchen den Pfarrverbandsvorsitzenden und Delegierten ein realistisches Bild über Leben und Werk des Glaubensreformers. Er zeichnete chronologisch die Entwicklung der beiden Konfessionen über die Jahrhunderte bis zur allmählichen Annäherung, respektive der Ökumene, auf.

Um Luther ranken sich viele Geschichten, doch entspräche Vieles, was in Filmen und manchen Abhandlungen gezeigt und veröffentlicht wird, nicht der Wirklichkeit. „Martin Luther wollte die Kirche nicht spalten, sondern reformieren“, sagte der Referent. Die Rechtfertigung seiner Thesen habe der hochgebildete Theologe in den Sakramenten entdeckt, für die er sehr wohl eintrat und die er zentriert auf das Wort Gottes lenkte, betonte der Referent.

Zu seiner Grundüberzeugung, dass man Seelenheil vor Gott nicht durch Ablass kaufen kann, sondern durch eigene Reue und Buße, bekannte sich Luther auch vor dem Reichstag in Worms 1521 und wurde dafür geächtet. Schützend hielt bekanntlich Friedrich der Weise von Sachsen seine Hand über den Reformator und ließ ihn auf die Wartburg entführen.

Luthers Lehre verbreitete sich rasch, nicht zuletzt durch den Buchdruck, in allen deutschen und europäischen Ländern. Die Reformation wurde unter dem Einfluss von Rom auf den Kaiser und die Fürsten, bei denen es viele Luther-Unterstützer gab, bald zum Politikum. Die christlichen Konfessionen drifteten auseinander bis hin zu Feindseligkeiten. Die gegenseitige Ablehnung in der Glaubensauffassung währte über 400 Jahre ehe 1939 in einem katholischen Buch erste positive Erkenntnisse über Luthers Lehre zu finden waren.

1999 erfolgte die Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung, dass beide Konfessionen im Grunde dasselbe meinen. Der Referent zitierte den ehemaligen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, der Luther einen Lehrer des Glaubens nannte. Auch habe Papst Johannes Paul II. eine Kommission gegründet, um Verwerfungen früherer Konzile zu revidieren. „Ohne Luthers Reformation wäre die Katholische Kirche nicht, was sie heute ist“, stellte Schwab fest.

Die 25 Vertreter aus den Pfarreien, darunter vier Vertreter der evangelischen Kirche, lauschten aufmerksam dem Referenten. Dekanatsratsvorsitzende Irmgard Schoder sprach sich dafür aus, die Ökumene zu vertiefen und Gemeinsamkeiten zu finden. Sie berichtete auch von verschiedenen Aktionen wie der Herbst-Vollversammlung in Wartenberg, mit der Podiumsdiskussion zur päpstlichen Umweltenzyklika. Ferner nahm sie an der Frühjahrsversammlung des Diözesanrats in Ebersberg teil, bei der einige Satzungsänderungen im Bezug auf die Tätigkeit von Haupt- und Ehrenamtlichen verabschiedet wurden. Außerdem verwies Schoder auf die am 25. Februar 2018 in ganz Bayern anstehenden Neuwahlen für die Pfarrgemeinderäte.

Georg Brennauer

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