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Ein „Duell“ gaben sich der Männerchor Dorfen und das Hornquartett der Münchner Philaharmoniker.

Männerchor Dorfen und Hornquartett der Münchner Philharmoniker

Das Duell: Am Ende gab es nur Gewinner

Zwei Konzerte gaben der Männerchor Dorfen und das Hornquartett der Münchner Philharmoniker am Wochenende. Gut 1000 Zuhörer waren trotz besten Wetters in die Turnhalle der Grund- und Mittelschule Dorfen geströmt, um zu hören, was die rund 30 Männer und eine Frau zu bieten hatten.

DorfenDass das Hornquartett der Münchner Philharmoniker auf hohem Niveau musizieren würde, war allen klar, schließlich haben die vier ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. Aber auch die Sänger des Männerchors Dorfen brauchten sich nicht zu verstecken. Vielstimmig präsentierten sie ein Medley von den Beatles über Volkslieder, Filmmusik und Ohrwürmer der Band La Brass Banda.

Versiert zeigten sie sich in Tempowechseln, Tonlagen und Rhythmus. Jedes Mal schafften es die Männer, die jeweilige Stimmung der Lieder zu transportieren. Und da war alles dabei: Mal ging es lustig zu („Jetzt ist Sommer“), mal melancholisch („If You Leave Me Now“) oder theatralisch („The Show Must Go an“). Mit „Kein Mann für eine Frau“ weckten die Musiker Erinnerungen an den deutschen Jazzer Roger Cicero. Bei „I’m a Train“ hörte man förmlich den Zug vorbeirattern, zischen und zuckeln. Mal sangen die Männer in Englisch, mal auf Bairisch, mal imitierten sie nur mit Lauten den Rhythmus der Songs, alles gelang ihnen authentisch. Die Vielfalt in der Auswahl der Musikstücke könnte eine Erklärung dafür sein, weshalb im Publikum jede Altersklasse vertreten war. Grundschulkinder lauschten ebenso der Musik wie Teenager, Eltern und Großeltern.

Die samtigen Töne der Hörner verstärkten den Hörgenuss bei etlichen Stücken, viele im Publikum gaben sich ganz der Musik hin, summten mit und wippten im Takt.

Ulrich Haider vom Hornquartett und Martin Holzner vom Männerchor warben zwischen den Liedern für ihre Ensembles, denn das Konzert stand ja unter dem Motto „Das Duell“. Das machten die beiden eloquent und dabei erfuhr das Publikum so einiges, vor allem über die Münchner Philharmoniker. Als Haider meinte, dass dort 25 verschiedene Nationalitäten vertreten seien, brauste spontan Applaus auf. Der Hornist war es auch, der das Konzert gemeinsam mit Ernst Bartmann, dem musikalischen Leiter des Chors, initiiert hatte. Haider ist in Dorfen zur Schule gegangen und lebt mit seiner Familie im Landkreis. Sein Bruder Martin Haider singt im Männerchor. Dass es bei der Bewertung auf der Gastgeberseite nicht ganz mit rechten Dingen zuging, sorgte für Heiterkeit im Publikum.

Zum Horn-Quartett gehören neben Haider, Mia Aselmeyer und Alois Schlemer auch der Chilene Matias Pineira, der für die größte Überraschung des Abends sorgte. Aselmeyer und Haider eröffneten ein Stück auf Alphörnern, das in afrikanischer Musik mündete. Dabei ließ Pineira sein Horn sinken und intonierte ein Solo mit voller, warmer Stimme. Das Publikum kam aus dem Staunen nicht heraus ob der beeindruckenden Darbietung. Schließlich toppte sich der Künstler selbst bei „Besame mucho“, das wohl nur ein Südamerikaner mit so viel Gefühl und Leidenschaft interpretieren kann. Natürlich wollte das Publikum die Musiker nicht ohne Zugaben gehen lassen. Mit dem Volkslied „Guter Mond“ entließen die Musiker schließlich ihre Gäste nach einem wundervollen Konzert mit lauter Gewinnern in die laue Vollmondnacht.  (Alexandra Anderka)

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