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Kabinett in Bayern zum Thema Pflege

Marienstift Dorfen

Altenheim ohne Defizit

Qualitätspflege, Tariflohn, keine Billigkräfte – und trotzdem erwirtschaftete das Alten- und Pflegeheim Marienstift der Stadt Dorfen 2017 einen Überschuss.

Dorfen– Das Marienstift Dorfen hat das Wirtschaftsjahr 2017 mit einem Plus von gut 29 000 Euro abgeschlossen. Im Heimausschuss des Dorfener Stadtrats wurde der Jahresabschluss sehr positiv aufgenommen. Im Jahr 2016 hatte die Senioreneinrichtung noch einen Verlust von rund 27 000 Euro gemacht.

Das Ergebnis sei „sehr erfreulich“, sagte Heimleiterin Marion Prey über den von Steuerberaterin Andrea Plank-Wensauer erstellten Finanzjahresbericht. Auch Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) lobte die Bilanz. Das Marienstift habe in allen Bereichen, vor allem auch bei den externen Bewertungen durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK), mit guten und sehr guten Ergebnissen abgeschnitten. Diese Entwicklung sei „beeindruckend“, fasste Grundner die Meinung im Heimausschuss zusammen.

Steigende Kosten durch tarifliche Lohn- und Gehaltserhöhungen habe man abfangen können. Die Bilanzsumme betrug 2017 knapp 4,9 Millionen Euro und das Anlagevermögen rund 4,3 Millionen Euro bei einem Eigenkapitalanteil von deutlich über 50 Prozent. An Erträgen hat das kommunale Altenheim der Stadt Dorfen insgesamt rund 4,5 Millionen Euro erwirtschaftet. Der Personalaufwand von 3,38 Millionen Euro verteilte sich auf 2,65 Millionen Löhne und Gehälter sowie 731 000 Euro für Altersversorgungen und Sozialabgaben.

In der Bilanz stehen weiter rund 1,8 Millionen Euro Schulden. Die Belastung rührt aus dem ersten Sanierungsabschnitt des Hauses vor Jahren. Die Verbindlichkeiten haben teilweise sehr lange Laufzeiten mit besonderen Projektförderungen bei Schuldzinsen zwischen 0,25 und 0,5 Prozent. Ein Kredit habe eine Laufzeit von 100 Jahren.

Heuer stehen noch Brandschutzmaßnahmen im Gebäude an, die sich in der Bilanz 2018 negativ auswirken werden, berichtete Prey. Der Haushalt 2018 sehe bei den Ansätzen Gesamterträge von 4,38 Millionen Euro vor. Die Aufwendungen werden mit 4,47 Millionen Euro geplant.

Die neuen Pflegesatzverhandlungen ergaben eine Erhöhung von 4,05 Prozent, ausgelöst von Tariferhöhungen, geringeren Einstufungen auf Pflegegrad „Fünf“ und damit weniger Einnahmen und letztlich Kostenmehrungen im Lebensmittelbereich. Die Einrichtung sei weiter bemüht, kostendeckend zu arbeiten, versicherte Prey. Die Leiterin wies aber auf Tariferhöhungen hin und betonte, dass das Marienstift als städtisches Unternehmen alle Mitarbeiter tariflich entlohne.

Das Haus habe 89 Heimplätze, wovon sechs für die Kurzzeitpflege reserviert sind. In der Tagespflege werden 15 Plätze angeboten, die sich momentan auf 24 Gäste verteilen. Die dritte Säule der Einrichtung ist der Ambulante Dienst, der 70 Kunden im Bereich Dorfen und Umkreis von rund sieben Kilometern betreut und versorgt. Hermann Weingartner

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