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Keine einzige Infektion mit dem Coronavirus gab es im Marienstift Dorfen. Vom Heimausschuss gab es dafür Lob und Dank.
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Bisher kommt das Dorfener Marienstift sehr gut durch die Corona-Krise.

„Wir hatten keine positiven Ergebnisse“

Marienstift Dorfen bleibt coronafrei – Aufnahmen wieder möglich

  • vonTimo Aichele
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Keine einzige Infektion mit dem Coronavirus gab es im Marienstift Dorfen. Vom Heimausschuss gab es dafür Lob und Dank.

Dorfen– „Wir hatten keine positiven Ergebnisse“, berichtete Marion Prey dem Heimausschuss des Stadtrats Dorfen – und das war eine absolut positive Nachricht. Denn das heißt nichts anderes als, dass das Marienstift in Dorfen die Corona-Zeit bisher ohne jede Erkrankung an Covid-19 überstanden hat. Für diese Erfolgsmeldung und die Leistungen des gesamten Teams sprachen die Stadträte der Leiterin des städtischen Alten- und Pflegeheims großen Dank aus.

„Sie leisten einen unschätzbaren Dienst“, sagte Bürgermeister Heinz Grundner (CSU). Das Haus genieße einen hervorragenden Ruf. Das Defizit der Einrichtung mache gerade mal 1,50 Euro pro Einwohner aus, sagte Grundner über den Fehlbetrag von knapp 23 000 Euro, den das Marienstift laut dem Jahresabschluss im vergangenen Jahr bei einem Bilanzvolumen von fast 4,9 Millionen Euro eingefahren hatte. Der größte Ausgabenposten waren mit Abstand die Personalkosten für die 133 Angestellten: etwa 2,9 Millionen Euro.

Keine Corona-Infektionen – Weder bei Bewohnern, noch bei Personal

Der Bericht der Leiterin beeindruckte das Gremium – insbesondere die Details über die schwere Zeit des Corona-Lockdowns. Am Donnerstag, 12. März, habe sie einen Anruf vom Dorfener Krankenhaus bekommen, bei dem es hieß: „Es wäre gut, wenn du das Haus möglichst schnell schließen würdest.“ Das erzählte Prey und wies auch darauf hin, dass die sofort erfolgte Schließung gerade die Angehörigen von Betreuten in der Tagespflege vor große Herausforderungen gestellt habe. „Wir haben sehr viel Angehörigenarbeit gemacht“, erzählte Prey von regelmäßigen Telefonaten. Im Heim sollten die Bewohner in ihren Zimmern bleiben – „so weit das möglich ist“, erklärte die Heimleiterin im Hinblick auf zum Beispiel demente Senioren.

„Im Personal gab es schon Bedenken“, erzählte sie weiter, auch wegen Vorerkrankungen wie Asthma oder Herzrhythmusstörungen. „Bei Symptomen konnten die Mitarbeiter getestet werden“, berichtete die Leiterin. Doch weder beim Personal noch bei den Bewohnern sei eine Infektion festgestellt worden.

Gelernte Friseurin: Pflegerin schnitt im Marienstift die Haare

„Egal, ob es Pfleger oder Bewohner waren – wir sind tapfer in diese Zeit gegangen“, sagte Prey. Man habe auch auf viele Kleinigkeiten reagieren müssen. Zum Beispiel die geliebte Orangenlimo für eine Bewohnerin, die sonst der Ehemann immer eingekauft hatte – „da haben wir einen Einkaufsdienst gestartet“. Oder die wuchernde Haarpracht der Bewohner – das habe sich eine Pflegerin „nicht mehr anschauen können“: Die gelernte Friseurin habe ehrenamtlich Haare geschnitten.

„Die Bewohner in den Einrichtungen haben gar nicht so viel verloren in ihrem Tagesablauf“, ergänzte Pflegedienstleiterin Freyja Brönnle. „Körperkontakt hat es immer gegeben. In der Pflege kann man keinen Abstand halten.“ Da sei es sicher für einige hilfebedürftige Menschen schwieriger gewesen, die zuhause leben.

Masken wurden aus dem Lager geklaut

„Wir hatten ein gutes Polster an Schutzkleidung“, berichtete Prey. Diese werde für den Umgang mit multi-resistenten Keimen vorgehalten. Außerdem habe das Marienstift zweimal unkompliziert über den Katastrophenschutz des Landkreises Masken nachbestellen können. „Aber auch bei uns wurden zehn von 300 FFP2-Masken aus dem Lager geklaut“, so Prey.

Seit einem Monat können Angehörige die Bewohner unter Auflagen wieder besuchen. „Wir sind relativ großzügig“, berichtete Prey. So gebe es ja auch mal mehrere Enkelkinder, die zu Besuch kommen – „andere Häuser sind da sehr strikt“.

Seit 18. Mai sei die Tagespflege wieder geöffnet, und seit 27. Mai seien auch Aufnahmen ins Pflegeheim wieder möglich – „unter der Bedingung, dass die neuen Bewohner erst einmal 14 Tage in Quarantäne gehen“. Auch Kurzzeitpflege sei an sich wieder möglich, sagte Brönnle: „Aber wir haben noch nicht gestartet, weil wir die Räume als Isolationszimmer brauchen.“ Die Sommerferien seien bereits jetzt ausgebucht.

Timo Aichele

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