Städtisches Altenheim

Marienstift: Gute Pflege steht vor Gewinn

Das städtische Altenheim Marienstift setzt auf gute Pflege, tariflich bezahltes Personal und noch moderate Eigenanteile für die Bewohner. Gewinne lassen sich damit nicht machen, wie der Wirtschaftsplan zeigt.

Der Heimausschuss des Dorfener Stadtrates hat sich mit dem Haushalt des Marienstifts beschäftigt. Altenheim-Leiterin Marion Prey legte die noch nicht „endgültig abgerechneten“ Zahlen für 2015 und den Wirtschaftsplan 2016 vor. In dem Miuns von rund 35 000 Euro sah der Heimausschuss kein Problem und auch der Stadtrat stand bisher immer hinter dem Altenheim. Bis Ende des Jahres erwartet Prey Erträge (Eigenanteile und Pflegekassenbeiträge) von 3,84 Millionen Euro (2015 etwa 3,7 Mio.). Bei den Aufwendungen (Löhne, Gehälter, Versorgung, Material) sind 3,87 Millionen Euro geplant (3,7 Mio.). Die Personalkosten sind leicht auf rund 3,07 Millionen Euro (2,91 Mio) gestiegen.

Das Marienstift zieht seit einigen Jahren ein Minus im Haushalt mit sich. Dafür seien auch früher liegen gebliebene, notwendige Investitionen im Haus und Gebäudeinstandhaltung verantwortlich, erklärte Prey. Auch die Tariferhöhungen wirkten sich im Finanzplan aus. Für 2015 zeichne sich „ein gering negatives Ergebnis ab“. Derzeit sei ein Fehlbetrag 2015 von 34 000 Euro zu erwarten und in diesem Jahr rund 38 000 Euro. Ziel bleibe es, „kostendeckend zu arbeiten“, betonte Prey. Maßnahmen seien, die „Pflegesätze stationär“ jetzt jährlich zu verhandeln um wirtschaftlich arbeiten zu können. Durch Einhaltung und regelmäßigen Abgleich der Pflegestufen mit den Stellenanteilen konnten Mehrarbeitsstunden und damit zusätzliche Lohkosten vermieden werden. Auch eine konkrete Urlaubsplanung vermeide Überstunden. Offen ist laut Prey, was das neu eingeführte Wohn- und Pflegequalitätsgesetz mit Mindestvorgaben etwa bei Zimmergrößten, Bädern und Gemeinschaftsräume für Konsequenzen im Marienstift habe. Dazu stehe eine Begehung der Heimaufsicht an, die dann entscheide, was verpflichtend sei und was unter Bestandserhaltung falle.

Die Leiterin der Finanzverwaltung, Maria Bauer, erklärte, mittelfristig wolle man die Kostendeckung erreichen. Von den Schulden sei man „ein gutes Stück runter“. Trotz „kontinuierlicher Schuldenreduzierung“ müsse die nächsten Jahre weiter „mit einem Minus gerechnet werden“. Einstimmig wurde ein Empfehlungsbeschluss an den Stadtrat gefasst, den Wirtschaftsplan zu genehmigen.

Das Marienstift hat 83 stationäre Plätze, 15 Plätze in der Tagespflege und sechs Kurzzeitpflegezimmer. Der ambulante Pflegedienst betreut 70 Kunden, 32 Personen werden mit „Essen auf Rädern“ versorgt. Im Marienstift sind 107 Mitarbeiter beschäftigt.

Hermann Weingartner

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