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Ein Holzgerüst schützt die Kirchenbesucher vor möglicherweise herabfallenden Gewölbeteilen.

Genehmigung erteilt

Marktkirche wird ab 2018 saniert

Nach Jahren kommt wieder Bewegung in die Gebäudesanierung der Dorfener Marktkirche St. Veit. Das Erzbischöfliche Ordinariat München hat jetzt eine Gesamtsanierung genehmigt. Die Maßnahmen werden auf bis zu 1,5 Millionen Euro geschätzt.

Von Hermann Weingartner

Dorfen – Aus Sicherheitsgründen musste im März 2012 die im Stadtzentrum Dorfen gelegene Marktkirche total gesperrt werden. Es drohten Gewölbeteile abzustürzen, da Risse sichtbar wurden. Die Kirchenverwaltung hatte damals in Absprache mit dem Ordinariat eine Totalsperre angeordnet. Erst nach Sicherungsmaßnahmen durch den Einbau eines Holzgerüstes unter der Decke konnte das Gotteshaus im Herbst 2012 wieder geöffnet werden. Jetzt hofft man nach fünf Jahren, dass spätestens 2018 die geplante Gesamtsanierung beginnen kann.

2012 waren tiefe Risse im Mauerwerk außen und vor allem im Inneren am Deckenputz deutlich erkennbar entdeckt worden. Die Marktkirche ist ein früher Spätgotik-Bau um 1390 mit einem wertvollen Deckenfresko, das eine historische Ortsdarstellung Dorfens von 1799 zeigt.

Pfarrer Janusz Gadek und Kirchenpfleger Anton Haberstetter.

Als problematisch beurteilt wird vor allem im Sinne einer Personengefährdung ein Sprung in der Decke. Der ist im Deckenfresko deutlich zu erkennen. Die Fachleute des Ordinariats München ordneten eine „Notmaßnahme“ an. Inzwischen wurde nach Ursachen der Bauschäden gesucht und über Jahre beobachtet. Einige Sanierungsmaßnahmen, wie Schönheitsreparaturen und die Entrümpelung des Dachstuhls, sind bereits durchgeführt. Jetzt im Mai erfolgte die Genehmigung für eine Gesamtsanierung durch das Erzbischöfliche Ordinariat München, berichten Pfarrer Pater Janusz Gadek und Kirchenpfleger Anton Haberstetter im Gespräch mit der Heimatzeitung. Haberstetter wurde im September 2016 zum neuen Kirchenpfleger gewählt, nach dem sein äußerst engagierter Vorgänger Dieter Pfanzeltnach schwerer Krankheit verstorben war. Haberstetter befasst sich seitdem intensiv mit notwendigen Sanierungen sakraler Gebäude in der Pfarrei.

Weil die Marktkirche mitten in der Altstadt in verschiedener Weise als „sehr wichtig“ erachtet wird, wurde bereits 2011 ein umfangreicher

Ordinariat priorisiert Sanierungsprojekte

Sanierungsantrag beim Ordinariat gestellt. Dort hat man ein Problem, denn das Erzbistum hat es mit hunderten Projekten zu tun. Derzeit sind es rund 400 Bauprojekte mit Sanierungsbedarf, die nach einem neuen Priorisierungsverfahren beurteilt werden, erläutert Haberstetter. Maßnahmen werden jetzt nach baufachlicher, pastoraler, kunsthistorischer und wirtschaftlicher Relevanz beurteilt. Eine Chance auf Genehmigung haben nur Projekte, die auf einer Bewertungsskala von null bis fünf Punkte im Schnitt über 3,5 Punke liegen. Die Marktkirche wurde mit 3,72 (3,16 seelsorgerisch, baufachlich 4,2) bewertet.

Nach fast fertiger Grundlagenermittlung wird jetzt die Entwurfsplanung folgen, sagte der Kirchenpfleger. Das Projekt müsse auch mit dem Denkmalamt abgestimmt werden. Geplant seien auch der Einbau einer ganz neuen Empore und die Anschaffung einer Brüstungsorgel für das alte Harmonium. Bis 1962 hatte die Marktkirche eine Empore, die dann der frühere Stadtpfarrer Hermann Eigner entfernen hat lassen.

Die Marktkirche sei „seelsorgerisch sehr wichtig“, betont Gadek. Es kommen aber auch Leute in die Kirche, die mal eben Schutz vor Hitze oder Kälte suchen. Für die Gestaltung der Messen sei die neue Empore und Orgel „sehr wichtig“, betonen Gadek und

Pfarrei muss hohen Eigenanteil zahlen

Haberstetter. So könnte die Veits-Kirche künftig etwa auch für Trauungen genützt werden. Begeistert sei zudem der Dorfener Kirchenmusiker Ernst Bartmann, der sich kurze Orgelkonzerte, etwa an Markttagen, vorstellen kann.

Bis zu 1,5 Millionen Euro könnte das Projekt kosten, schätzt der Kirchenpfleger. Da werde die Pfarrei einen „beträchtlichen Eigenanteil zu schultern haben“. Da hoffe man dann wieder auf die große Spendenbereitschaft der Dorfener.

Doch nicht nur in die die Marktkirche muss investiert werden. Sanierungsbedarf habe auch das Pfarrheim und die St. Sebastianskirche, schilderte Haberstetter. Beide Projekte hätten aber deutlich zu wenige Punkte bei der Gesamtbewertung. Vor allem fehle es an pastoraler Relevanz, obwohl das Pfarrheim sehr gut genützt werde. Im Pfarrheim werden man nun versuchen einzelne Maßnahmen umzusetzen, wie die alte Licht- und Tontechnik und die Toilettenanlagen zu erneuern. Bei der St. Sebastianskirche seien besonders Schäden beim Dachstuhl zu erkennen. Dort sei allerdings statt sanieren, eher eine „Notmaßnahme“ zu erwarten.

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