Corona-Krise in Bayern: Söder befürchtet Masken-Hamsterkäufe - Ansteckung bei Wahlhelfern unklar

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Über Dorfens Stadtpolitik unterhielten sich (Foto links, v. l.) Rupi (Luise Kuliga), Florian (Wolfgang Lanzinger) und Veitl (Sabine Kuliga-Lenffer).

Maschkera in Dorfen

Zwischen Wahlkampf und Digitalisierung

Der Fasching in Dorfen ist eröffnet

Dorfen Zum vierten Mal lud die Karnevalsgesellschaft (KG) Dorfen in die Aula der Zentralschule zur Inthronisation der Faschingsregenten ein. Kein Termin für Kurzentschlossene, denn beide Veranstaltungen waren restlos ausverkauft.

„Wir Lenzn feiern heuer kräftig, indisch scharf und bayerisch deftig“ trifft als diesjähriger Faschingsspruch der Dorfener Regenten den Nagel auf den Kopf. Zwei absolut sympathische Prinzenpaare konnten die Präsidenten Anja Greimel und Martin Pommer, die gewohnt spritzig und charmant, mit musikalischer Unterstützung vom „Blechtraum“ durch den Abend führten, den zahlreichen Gästen präsentieren.

Dabei überzeugte das KG-Präsidium bereits zum zweiten Mal mit dem neuen Ablauf der Veranstaltung, bei dem sich der offizielle Teil der Inthronisation samt Reden in ein Ensemble aus witzigen Sketchen – zuweilen auf Kosten der Lokalpolitiker – und spannungsgeladenen Tänzen der beiden hauseigenen Gruppen Dance Teens und Jumping Jacks einreihten. Prinzessin Anita II., herzliche Fürstin, die Oldtimer schiebt und ihre Arbeit liebt, verspricht zusammen mit ihrem Prinzen Herbert III., dem radelnden Fürsten von Bergspitzen und Kübelspritzen, einen lustigen und fetzigen Fasching. Sie wollen ihrem Publikum ein Feuerwerk schenken, was ihnen allemal bei der Auftaktveranstaltung mit ihrer spritzigen Tanzeinlage zu „den himmelblauen Augen“ gelungen ist.

Aber auch mit dem Erbprinzenpaar, Prinzessin Leni von Turn und Tanz, und ihrem schneidigen Prinzen Leon, dem Hüter des Tores, ist für Spaß gesorgt. Und wo doch der Erbprinz an einem Unsinnigen Donnerstag auf die Welt gekommen ist, wird der Fasching sicherlich nicht langweilig werden.

Bevor die vier jedoch ihre Regentschaft antraten, nahmen sie vom Stadtchef, Bürgermeister Heinz Grundner, den Rathausschlüssel entgegen. Dieser bedankte sich recht herzlich bei den Stadtratsmitgliedern für ihr Erscheinen, „obwohl es gar kein Sitzungsgeld gibt“. Und er mahnte die Regenten an, gut auf den Rathausschlüssel acht zu geben und Sorge dafür zu tragen, dass er nicht in falsche Hände gerät. „Denn geht was schief, war’s einer nur allein“ – und Kritiker gebe es in Dorfen zur Genüge. Und gerade jetzt zur Wahlkampfzeit zieht manch einer so einiges heraus aus der „Wahlkampfmottenkiste“, sagte Grundner.

Die anstehenden Kommunalwahlen geben aber nicht nur dem Stadtchef zu denken, auch für den Floriansbrunnen (Wolfgang Lanzinger), den Veitl (Sabine Kuliga-Lenffer) und den Rupi am Berg oben (Luise Kuliga) gibt es da einiges zu staunen. Aber so gut „ihre Meinung vertreten“ wie die Stadträte Holbl, Wagenlechner und Arendt können sie noch nicht, müssen die drei feststellen. Trotzdem haben sie ihre Meinung noch zu ganz anderen Problemen, die auf die Isenstadt zukommen, kundgetan. So zum Beispiel zur geplanten Sanierung der B 15-Brücke und der Einbahnstraßenregelung für die Innenstadt. Dabei ist dem Veitl gleich danach, lieber hoch auf den Berg zum Rupi zu ziehen, bevor es sich das Chaos in der Innenstadt ansieht. Und auch die Ladenflächendezimierung beim Schubert lässt den Dreien keine Ruhe.

Nebst der Kritik an gängigen Themen wie der „Nacktheit“ der Rathausfassade gab es von ihnen aber auch Komplimente für die neue Partylocation in Dorfen. Sie wunderten sich lediglich, warum man es „Tonwerk“ und nicht „Robert Decker Kulturfabrik“ benannt hat. Aber der Stadtrat, so waren sie sich einig, hätte gut einen Platz gefunden in den neuen Escape Rooms auf dem Gelände dort oben.

Auch der Theaterverein Eibach setzte die Querelen im Stadtrat, wunderbar mit einzigartiger „Körpersprache“ in einer Parodie um, bei der jedes Stadtratsmitglied auf seine Kosten kam. Neben den Kommunalwahlen zog sich ein schöner roter Faden zum Thema Digitalisierung durchs Programm. Dazu gab sich sogar Monika Gruber – inszeniert durch Irmi Huber – die Ehre und referierte über ihre Probleme mit der modernen Technik. Und auch Markus Klötzl als Handyverkäufer kam bei der Beratung einer älteren Dame (Luise Kuliga) zum passenden Handytarif ganz schön ins Schwitzen. Gar nicht erst zu reden von der alten Oma (Alexander Sperr) vom Kevin (Wolfgang Lanzinger), der einfach nicht eingehen will, wie der Kevin das Bild von ihrem wunderschönen Christbaum in den Computer reingebracht hat, damit es seine Freunde auf der ganzen Welt anschauen können.

Aber auch das Publikum wurde mit einbezogen. So sollten einzelne Gäste zum Beispiel die Frau mit dem schönsten Kleid und den Mann mit dem dicksten Bauch im Publikum nominieren. Abgerundet wurde das Programm durch die Darbietungen der Tanzgruppen. Ob durch die klassischen Gardemärsche der Bambinigarde und der Gardemädels oder den Showtänzen der Dance Teens und der Jumping Jacks, es gab einiges zu bestaunen.

Die vielen Tänzerinnen und Tänzer entführten die Gäste in frühere Jahrzehnte. Allein bei der Bambini-Garde sind es heuer 17 Mädchen und Buben, die Jüngste war bei Beginn der Trainingssaison gerade einmal vier Jahre alt. Mit Abba gelang den Dance Teens ein rhythmischer Abstecher in die 70er- Jahre, und die Zuschauer konnten großartige Hebefiguren bestaunen. Zum Schluss hieß es dann „power on“ bei den Jumping Jacks, die mit einer fetzigen Einlage zu den bekanntesten Hits der 90er-Jahre eine mitreißende Darbietung ablieferten.

Ganz klassisch und traditionell schloss die Maschkeraversammlung dann kurz vor Mitternacht mit dem Singen der Narrenhymne, bei der sich alle Beteiligten noch einmal zusammen auf der Bühne zeigten und den Abend anschließend „auswalzerten“.

Hermann Weingartner

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