Versteckt hinter dem Baugerüst: Im November beginnen die Arbeiten am Dach der Dorfener Marktkirche St. Veit.
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Versteckt hinter dem Baugerüst: Im November beginnen die Arbeiten am Dach der Dorfener Marktkirche St. Veit.

Großes Sanierungsprojekt

1,4 Millionen Euro für die Dorfener Marktkirche

Die Generalsanierung der Dorfener Marktkirche St. Veit geht weiter. Die Arbeiten am Dachstuhl beginnen im November, dafür wird das Gotteshaus derzeit eingerüstet.

Dorfen – Die Marktkirche St. Veit hat sich unter einem großem Gerüst versteckt, so scheint es. Grund dafür ist eine aufwändige Generalsanierung des ältesten Gotteshauses der Pfarrei Dorfen. Sie wurde vermutlich auf Wunsch der Bürger gegen 1390 gebaut, sagt Heimatforscher Franz Streibl.

Nun sollen im November die Arbeiten am Dach beginnen. „Der Dachstuhl muss repariert werden, unter anderem müssen die Sparren, Kehlbalken und diagonalen Streben mittels stehender Blätter instand gesetzt werden“, erklärt Susanne Habenicht, Geschäftsführerin der Zehetmeier Architekten GmbH aus Isen. Projektleiter der Maßnahme ist ihr Kollege und Firmengründer Florian Zehetmeier.

„Die vorhandenen Risse an Wand- und Deckenflächen, vor allem auch die Riesenrisse im Gewölbe und der Fassade müssen verschlossen beziehungsweise durch Putzausbesserungen saniert werden“, führt Habenicht weiter aus. Außerdem müsse die Ausstattung gereinigt und konserviert werden. Geplant sei des Weiteren der Einbau einer neuen Empore in den Ausmaßen der früheren, wo im Zuge der Maßnahme auch eine neue Orgel installiert werden wird. Anstelle des Ziegelbodens von der Sanierung in den 60er Jahren soll, passend zum restlichen Kirchenschiff, Natursteinboden verlegt werden. Die bestehende Luftheizung werde durch ein kombiniertes Heizsystem aus Fußboden- und Wandheizung ersetzt. Erneuert würden auch Elektrik und Beleuchtung, listet Habenicht auf. Bei der Generalsanierung würden auch lithurgische Gegenstände wie der Holzaltar, die Priestersitze oder Osterleuchten durch Neue, von der Münchener Künstlerin Sabine Straub gestaltete, ersetzt sowie ein barrierefreier Zugang geschaffen. All diese Maßnahmen würden in enger Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege erfolgen. Auftraggeber sei das Erzbischöfliche Ordinariat München. Die Kosten inklusive Planung und Nebenkosten, aber ohne Orgel belaufen sich auf 1,4 Millionen Euro.

Auch die grobe Zeitschiene steht schon fest. Der Dachstuhl soll im Frühjahr 2021 abgeschlossen sein. Ab April folgen die Arbeiten am Turm. „An der Turmhaube gibt es erhebliche Altschäden durch Braunfäule. Vorangegangene Sanierungen wurden nicht fachgerecht ausgeführt, viele Verbindungen klaffen und sind nicht kraftschlüssig verbunden“, hat Jörg Schwarz, Zimmerermeister aus Ettersberg schon im Untersuchungsbericht von 2015 festgestellt. Die Arbeiten im Innenraum sollen ebenfalls im Frühjahr losgehen, und im Sommer 2012 sind dort dann auch die restauratorischen Arbeiten im Gange, wenn alles nach Plan läuft.

Geschichtliches:

Die Marktkirche birgt viele Besonderheiten in sich, etwa „den schiefen Kirchturm, weil der Untergrund nicht fest ist“, sagt Heimatforscher Streibl, beruhigt aber, dass davon keine Gefahr ausgehe. Die älteste Glocke wurde 1560 von Wolfgang Steger in München gegossen, vier weitere kamen 1984 hinzu. Vor über 300 Jahren wurden rückwärts sogar Kaufläden eingebaut, von denen der südliche bis vor einigen Jahren betrieben wurde. Ganz begeistert zeigt sich Streibl von der barocken Flachputzdecke im Langhaus, auf der der Dorfener Maler Johann Evangelist Mang 1799 den Kirchenpatron St. Veit sowie den zeitgenössischen Markt Dorfen dargestellt hat. Vieles in der Marktkirche wurde von anderen Gotteshäusern zusammengetragen, etwa der 1730 entstandene Hochaltar als ehemaliger Seitenaltar von Kienraching oder das Gnadenbild am nördlichen Seitenaltar. Es stammt aus dem 1969 abgebrochenen Wallfahrtskirchlein zum Heiligen Plueth zu Rinning. Und die 14 Nothelfer sollen ursprünglich in der 1806 abgebrochenen St. Georgs Kirche in Eibach gestanden sein.

Birgit Lang

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