„Bilder der Normalität“ zeigt Rosmarie Weigert im Dorfener Rathaus. Bürgermeister Heinz Grundner freut sich darüber. Die Werke sind bis Ende März 2021 zu sehen. Foto: Michaele Heske
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„Bilder der Normalität“ zeigt Rosmarie Weigert im Dorfener Rathaus. Bürgermeister Heinz Grundner freut sich darüber. Die Werke sind bis Ende März 2021 zu sehen.

Zutritt nach Anmeldung

Mit knalligen Farben gegen Corona: Austellung im Dorfener Rathaus

„Corona ist farblos“, sagt die Isener Künstlerin Rosmarie Weigert. Mit ihren farbigen Bildern im Dorfener Rathaus hält sie dagegen.

Dorfen – „Die Kunst kann ohne Menschen nicht leben“: Das ist der Titel einer Ausstellung, die derzeit im Dorfener Rathaus zu sehen ist. Auch wenn man nur nach Voranmeldung in die Stadtverwaltung kann, lohnt es sich, einen Blick auf die Bilder von Rosmarie Weigert zu werfen.

Besonders beeindruckend sind die Porträts in der ersten Etage – gemalt mit knalligen Farben. Rot dominiert. „Rot steht für Liebe, Lust und Leben“, sagt die Isenerin. Und: „Corona ist farblos – da will ich gegenhalten.“

Das ausdrucksstarke Gesicht einer dunkelhäutigen Frau beispielsweise erinnere an die vielen Menschen in anderen Kulturen, denen es dieser Tage wesentlich schlechter gehe als den Menschen in Dorfen, erklärt die Künstlerin. Daneben hängt das Konterfei einer Krankenschwester mit Maske: „Die Engel in den Kliniken, an die viel zu wenig gedacht wird.“

„Malen ist meine große Leidenschaft“, sagt sie. Die Ausbildung hat sie vor elf Jahren bei Renate Guldner in Erding begonnen. Seither experimentiert sie mit verschiedensten Techniken der Acrylmalerei, verarbeitet viele Materialien.

Zu Diskussionen im Rathaus führt das Bild einer Frau mit knallrotem Minirock und High Heels. Zwischen den langen Beinen sitzt ein kleiner Hund mit Schleife. „Das Mädchen Irma la Douce“, nennt Weigert ihr Werk, in Anlehnung an eine Hollywood-Komödie von Billy Wilder aus dem Jahr 1963. Darin geht um eine Prostituierte in Paris. Zu gewagt für das Rathaus? Kunst soll, darf und muss polarisieren, meint Weigert. Sexismus-Debatte hin oder her, wiegelt sie ab: „Die Männer schauen auf die langen Beine – die Frauen zwischen die Beine.“

Ein weiteres Porträt heißt „Schau in meine Augen“. Gemalt habe sie das Gesicht in dem Glauben und der Hoffnung, dass bald wieder alles vorbei ist, dass auch Urlaub wieder möglich ist, hofft Weigert. Und eben auch gut besuchte Ausstellungen mit Vernissagen – so wie vor der Pandemie.

Seit der Corona-Krise hören die Künstler stereotyp ein Wort, sagt Weigert: „Abgesagt!“ Das frustriert, tut weh. Auch sei es traurig, dass mittlerweile die Ausstellungen ausschließlich virtuell zu sehen seien: „Was habe ich davon, wenn in Paris, Hamburg oder Zürich die Leute auf meine Bilder klicken?“ Vor Ort, das sei der richtige Ort, an dem lokale Künstler ihre Projekte präsentieren wollen.

Kunst und Kultur seien die Leidtragenden der Pandemie, meint auch Bürgermeister Heinz Grundner. Auch wenn der Publikumsverkehr momentan stark eingeschränkt sei, so sei es doch wichtig, mit Ausstellungen ein Zeichen der Normalität zu setzen.

Michaele Heske

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