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Besuch im DZIF (v.l.): Andrea Widl und Marianne Ehrler, Friederike von Andrian-Werburg (BAMF), SPD-Stadtrat Heiner Müller-Ermann, Bundestagsabgeordneter Ewald Schurer, Frank-Jürgen Weise und Yvonne Daller (DZIF).

Dorfener Zentrum für Integration und Familie

Mitarbeiter klagen Flüchtlingsmanager Weise ihre Probleme

Mit immer mehr Bürokratie, Fluten von Rundschreiben oder langwierigen Behördenentscheidungen hat das Dorfener Zentrum für Integration und Familie (DZIF) zu kämpfen.

Dorfen – Das erschwere die Arbeit der Sozialeinrichtung unnötig, klagte die langjährige Vorsitzende Marianne Ehrler beim Kurzbesuch des früheren Leiters des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Frank-Jürgen Weise.

Die Deutsch- und Integrationskurse seien mit 80 Prozent Erfolgsquote sehr erfolgreich und würden einen hervorragenden Ruf weit über Dorfen hinaus genießen, erfuhr der Beauftragte des Bundesinnenministeriums für integriertes Flüchtlingsmanagement. Weise schaute auf Einladung des SPD-Bundestagsabgeordneten Ewald Schurer neben dem Warteraum Asyl in Erding (wir berichteten) auch noch im DZIF vorbei.

Schurer lobte das DZIF als ein „herausragendes Beispiel“, wo Organisationen in Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen vor Ort „die so wichtige Integrationsarbeit“ leisteten. Weise bekam Probleme der täglichen Praxis zu hören. Vom DZIF zeigten sich die BAMF-Besucher beeindruckt, was die vergleichsweise kleine Dorfener Einrichtung alles leiste. Vor allem das Kinderbetreuungsangebot während der Kurse sei „toll“. Das gebe es so längst „nicht überall“.

Leider habe man auch da mit Behördenbescheinigungen zu kämpfen, betonte Ehrler. Dann sei eine Erhöhung der Sprachlehrer-Honorare von 23 auf 35 Euro hinzugekommen, ohne weitere Unterstützung. „Das hätte uns beinahe das Genick gebrochen.“ Inzwischen gebe es aber eine Garantievergütung für Kurse, sagte die BAMF-Vertreterin Friederike von Andrian-Werburg. Behördliche Regelungen und Überprüfungen müssten sein, denn es gebe bei den Kursträgern auch „leider schwarze Schafe“.

Weise räumte ein, dass es bei der Kommunikation unter den Beteiligten durch die verschiedenen Ebenen in Bund und Land durchaus zu Problemen gekommen sei: „Viel besser wären regionale Ebenen.“ Der Aussage von Weise, Deutsch lernen bei der Arbeitsintegration könne funktionieren, widersprach Ehrler klar. Die Praxis zeige deutlich: „Der Schlüssel zur Integration in Arbeit und Ausbildung ist die Sprache.“ Arbeitgeber klagten immer wieder, Flüchtlinge müssten erst Deutsch lernen. Weise wolle die Themen aufgreifen und „auf seiner Ebene vertiefen“.  prä

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