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Die Karte zeigt die Dimensionen: Gelb umrahmt ist das Areal des Neubaus, rot umrahmt das Gelände des Bauhofs, auf dem mittelfristig auch besondere Wohnformen realisiert werden sollen.

Betreutes Wohnen in Dorfen

Mitten im Leben statt im Altenheim

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Dorfen macht sich auf den Weg eine soziale Vorzeigestadt zu werden.

Dorfen – Die Kinder- und Jugendarbeit gilt schon als beispielhaft. Jetzt soll auch das Angebot für ältere Menschen ausgebaut werden. Wer im Alter nicht in ein Seniorenheim will, soll seinen Lebensabend in betreuten Wohngruppen mitten in der Stadt verbringen können.

Die Menschen werden immer älter. Damit steigt die Zahl betreuungs- oder pflegebedürftiger Senioren. Doch nicht jeder will den Lebensabend im Pflegeheim verbringen. Seniorenreferentin Doris Minet (ÜWG) hat daher Anfang des Jahres beantragt, die Stadt solle Möglichkeiten für betreute Wohngruppen ausloten. Solche ambulant betreuten Wohngemeinschaften ermöglichen ein selbstbestimmtes, unabhängiges und individuelles Leben im Alter trotz Hilfe- und Pflegebedarf. Im Marienstift-Heimausschuss wurde jetzt ein erstes Ergebnis präsentiert. Minet ist davon „hellauf begeistert“, wie sie sagte.

Zunächst soll das städtische Gebäude am Schießhallenplatz, im Volksmund „Armenhaus“ genannt, abgerissen werden. Das von vier Mietparteien bewohnte Gebäude ist über 70 Jahre alt und in einem äußert schlechten baulichen Zustand. Auf dem 800 Quadratmeter großen Grundstück könnte laut Bauverwaltungsleiter Franz Wandinger ein drei, vielleicht sogar viergeschossiger Neubau entstehen. Darin könnten bis zu zwei betreute Wohngruppen mit je zwölf Personen unterkommen. Die Betreuung der dort wohnenden Senioren soll das städtische Altenheim Marienstift übernehmen. Einrichtungsleiterin Marion Prey ist über diese Entwicklung höchst erfreut. Die Senioren würden dort – wie in einer WG – die Räume gemeinsam nutzen, jeder Bewohner habe aber auch sein eigenes Zimmer als Rückzugsbereich. Für Seniorenreferentin Minet ist die Lage des Objekts ideal. Direkt angrenzend an die Innenstadt und den Stadtpark würden die Senioren zentral in der Stadt leben können.

Doch die Überlegungen gehen mittelfristig noch weiter. Denn auch die Absiedelung des Bauhofs aus dem Bereich der Stadt ist geplant. Das 9000 Quadratmeter große Areal soll dann für Wohnbebauung zur Verfügung stehen. Dort könnten dann ebenfalls besondere Wohnformen entstehen – für Senioren, Menschen mit Handicap oder Krankheiten wie Demenz und Einkommensschwächere.

Der Heimausschuss hat der Verwaltung einstimmig den Auftrag erteilt, die Grundlagen für die Umsetzung des Projekts zu schaffen. Für die derzeit im Haus wohnenden Mieter hat die Stadt übrigens bereits Ersatzwohnungen. Sie können Mitte des Jahres Wohnungen in der Wohnanlage in der Siemensstraße beziehen, die Bauträger Decker der Stadt zu verbilligten Konditionen überlässt. Die im Haus bestehenden zwei Zimmer für Obdachlose werden in ein anderes städtisches Haus verlegt.

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