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Unglücklich verliebt: Warren (Robert Gregor) steht auf die chaotische Deb (Elisabeth Margraf).

Aufführung kam sehr gut an

Musical im Jakobmayer: Ganz gewöhnliche Tage in New York

Dorfen - „Es ist ein richtiger Renner in Amerika“ verriet Ernst Bartmann vor der deutschen Erstaufführung von „Ordinary Days“ dem Publikum im Dorfener Jakobmayer-Saal. In Dorfen zumindest kam das Musical schon mal sehr gut an.

Das Musical „Ordinary Days“ ist die neueste Produktion der Opera Incognita unter der Regie von Andreas Wiedermann. Und sie machte richtig Spaß. Gut, es war von Vorteil, wenn man des Englischen mächtig war, weil alles in Englisch gesungen wurde. Zur Not konnte man die deutsche Übersetzung aber auf der Bühnenwand verfolgen.

Die Zutaten waren denkbar einfach. Ein Mann am Klavier, natürlich Dorfens Multitalent Ernst Bartmann, der auch die musikalische Leitung des Stückes inne hatte und gewaltig in die Tasten schlug, sowie vier Darsteller. Zunächst einmal die brillante Christina Lagao. Sie spielte und sang einfach nur wundervoll, tief ergreifend und sehr authentisch die Claire. Mit ihrer Ausstrahlung war sie der Star des Abends. Bezaubernd, wenn auch etwas nervig, weil ihre Rolle so schrill angelegt war: Elisabeth Margraf. Obwohl sie gesundheitlich angeschlagen war und einen Tag zuvor noch auf der Bühne ohnmächtig geworden war, wie Bartmann in seinem Intro verriet, trat sie auf und zog ihre Rolle als chaotische Literaturstudentin Deb professionell durch. Zerbrechlich, aber sehr dynamisch setzte sie großartige Spuren auf der Bühne. Ihr Buddy war Warren, alias Robert Gregor Kühn, der den romantischen, kunstinteressierten Katzenhüter mimte, auf der Suche nach Lebensgeschichten. Wunderbar sanft, anschmiegsam und sehr emotional sang er und verlieh seinem Part ebenso wie die anderen durch geschickt eingesetzte Gestik und Mimik sehr viel Ausdruck, Tempo, Dramatik und Emotionen. Last but not least in dieser menage à quatre war Matthias Kreinz, Sänger und Schauspieler aus Österreich. Als Jason ist er verliebt in Claire, möchte mit ihr zusammenziehen, sie heiraten, aber sie erwidert scheinbar seine Gefühle nicht. Leider fordert die Rolle Jasons sehr viel hohe Stimmlagen, was auch für das Publikum mitunter etwas anstrengend war.

Fotos des Musicals "Ganz gewöhnliche Tage in New York"

Diese vier Protagonisten sangen, spielten und tanzten sich durch New York. Wo, das konnten die Zuschauer auf dem Display nachlesen. In der Fußgängerzone, im „Met“ (Museum of Art), im Underground oder in ihren winzigen Wohnungen. Dargestellt wurde dies alles spartanisch mit einem Berg von Schachteln, die das Nomadentum der New Yorker ebenso symbolisieren, wie sie zum Taxi, zum Getränkeautomat oder zur Couch des Psychiaters umfunktioniert wurden.

Es sind ganz gewöhnliche Tage, ordinary days eben, im Leben von vier New Yorkern. Es geht um ihre Schicksale, Träume, Hoffnungen und Ängste. Ob es ein Happy End gibt, ob die vier ihr Glück finden, sei nicht verraten.

Es lohnt sich auf alle Fälle, diesen Off-Broadway-Erfolg von Adam Gwon, Shooting-Star der US-Musiktheaterszene, mit diesen wunderbaren Melodien und witzigen Dialogen live in dieser Inszenierung zu sehen. Nur noch einmal wird das Musical im Dorfener Jakobmayer-Saal aufgeführt: an diesem Samstag, um 20 Uhr.

Birgit Lang

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