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Voller Vorfreude: Der Pianist und Komponist Andreas Begert veranstaltet sein erstes großes Konzert, in dem Profimusiker seine Stücke interpretieren.

Andreas Begert im Porträt

Musik im Blut, Kompositionen im Kopf

Der junge Musiker Andreas Begert (27) aus Dorfen veranstaltet sein erstes Kompositionskonzert. 35 Profis, darunter Musiker der Münchner Philharmoniker und der Bayerischen Staatsoper, werden seine Werke interpretieren. Die Aufführung findet Ende Januar im Gasteig in München statt.

Dorfen – Vier Jahre hat Andreas Begert an seinen Kompositionen gearbeitet. Am Freitag, 26. Januar, um 20 Uhr präsentiert der Dorfener sein erstes Kompositionskonzert, in dem ausschließlich seine Werke interpretiert werden. 35 Profimusiker werden im Konzertsaal Blackbox im Gasteig zwölf Stücke uraufführen, darunter sein neues Album „Die Trennung vom Kind“.

Der verheiratete Musiker, der den Namen seiner Frau angenommen hat und im Januar zum ersten Mal Vater wird, hat dieses Thema aus einem bestimmten Grund ausgewählt. „Weil dieser Prozess uns das ganze Leben verfolgt. Man will sich von seinen Eltern absetzen und schafft es oft nicht“, erzählt der 27-Jährige, der aus einer Musiker-Familie stammt. Seine Mutter, Irmgard Bauer, ist Musiklehrerin am Gymnasium Dorfen, sein Vater hauptberuflich Kontrabassist an der Oper in Passau. Auch mit seinem Bruder Markus Bauer (23) verbindet ihn die Musik. Seit zehn Jahren sind die „Brothers in Jazz“ auf Bayerns Bühnen unterwegs.

Als Kind erhielt Begert Musikunterricht von seinen Eltern. Sein Klavierlehrer war Dieter Knirsch aus Walpertskirchen. „Mit dem Dieter hab’ ich richtig Glück gehabt“, blickt der 27-Jährige zurück. „Er hat bei mir die richtigen Akzente gesetzt. Ich weiß nicht, ob ich es ohne ihn in der Musik so weit gebracht hätte.“ Laut Begert ist Knirsch einer der wenigen Klavierlehrer, bei denen die Jugend sagt: „Cool, der kennt sich auch in der Pop-Musik aus.“ Und das sei gerade in der Pubertät wichtig, um bei der Musik zu bleiben.

Während seiner Jugend war Begert E-Bassist in einer Red Hot Chili Pepper-Coverband, der Indie-Rock-Band The Barillas sowie bei den Jazzbones und der Acoustic-Popband Barfuß. 2010 begann er in der Party- und Galaband Voglwuid zu spielen und erreichte mit dieser Formation deutschlandweite Erfolge. Für die Band schrieb er sogar eigene Schlager. Gleichzeitig war er mit dem Jugendkammerorchester Violinissimo auf Konzertreise. Seit knapp zwei Jahren ist er Leiter der Liedertafel Dorfen. Noch heute zeichnet diese Vielschichtigkeit seine Tätigkeiten als Musiker und Komponist aus. Begert ist an rund 50 Konzerten im Jahr beteiligt, neben seiner Tätigkeit als Lehrbeauftragter an der Hochschule für Musik und Theater in München.

Zu Beginn 2017 war er Dozent für Improvisation, Jazz und Live-Arrangement an der Musikakademie in Alteglofsheim. „Es läuft super zur Zeit, aber ich muss auch viel dafür tun“, freut sich Begert, der sein Musikstudium für Gymnasiallehramt mit dem ersten Staatsexamen beendet hat. Neben seinen Kompositionen ist auch Klavierspielen angesagt. „So vier bis fünf Stunden am Tag vor Konzerten“, meint der 27-Jährige. „Man muss dranbleiben, um die feine Muskulatur in den Fingern zu erhalten.“

Im Januar folgt nun „das Größte, das ich je gemacht habe“, freut sich der Komponist. Zwölf seiner insgesamt rund 80 Kompositionen werden von zwölf unterschiedlichen Besetzungen aufgeführt, darunter auch das Jugendkammerorchester Violinissimo aus Erding. Sein Vater Stephan Bauer und sein Onkel Rudi Bauer spielen ebenfalls mit. „Ich bin sehr froh, dass mich so viele Profimusiker unterstützen. Sie machen das, weil sie mich kennen.“ Das Konzert wird rund 90 Minuten dauern, mit einer kleinen Pause dazwischen. Die Stücke sind laut Begert sehr abwechslungsreich mit unterschiedlichen Stimmungen. Er greift dabei auf durchaus außergewöhnliche Besetzungen zurück.

Die gute Nachricht für Begert, ist zugleich eine schlechte für potenzielle Interessenten, denn das Konzert ist bereits ausverkauft. Aber es gibt einen Trost. In ähnlicher Besetzung, mit zum Teil denselben Musikern und zusätzlich regionalen Künstlern, wird es das Konzert am Sonntag, 25. November 2018, im Jakobmayer in Dorfen geben. Für diese Aufführung können schon jetzt Karten unter Tel. (01 78) 2 36 62 05 oder per E-Mail booking@andreasbegert.de vorbestellt werden.

Alexandra Anderka

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